46c, Warme
field fand, baß wenn die blauen Strahlen das Thermometer auf56?, die grünen auf g8°, die gelben auf 62° bringen, die rothenStrahlen es bis auf 72? treiben, und daß, wenn es außer denGränzen des Farbenbildes hängt, es bis auf 79° steigt. AuchGraf Rumford hat diese strahlende Eigenschaft der Wärme durchtreffliche Versuche bestätigt. Und Leslie bestimmte außer der Stroh-'lung auch noch die Art, wie die Wärme bei ihrem Durchgang durchdie Körper verschluckt wird. Wenn nämlich die strahlende Wärmeaufgefangen wird, so wird sie leichter durch Körper durchgelaffen,die dem erhitzten näher stehen, als die davon entfernt sind. Eskommt auch beim Verschlucken der Wärme sehr auf die Natur undauf die Oberfläche des auffangenden Körpers an. Metallische Kör-per, wenn vorzüglich ihre Oberfläche stark polirt ist, binden undverschlucken die Wärme am meisten: dagegen wird die letztere ammeisten dadurch zerstreut, daß man die Oberfläche mit Firniß über-zieht. So werden bei der Heizung mit Dämpfen polirte metalleneRöhren am schicklichsten seyn, wenn sich gar keine Wärme verbrei-ten ) sondern nur fortgeleitet werden soll. Soll aber ein Zimmerdurch dergleichen Röhre» erwärmt werden, so wird dies am bestengeschehen, wenn die Röhren entweder nicht von Metall oder über-sirnißt sind. Sogar von der Kälte ist es nach Rumtords und Les--lies Versuchen erwiesen, daß sie sich gradlinig verbreitet, daß siereflectirt und in ihrem Fortgangs eben so aufgehalten wird, wiedas Licht und die Wärme. Doch muß man daraus nicht schließen,daß die Kälte etwas Reelles ist ober dqß es ein kaltmachendesPrincip gibt; denn sie ist nichts anderes, als die Entziehung derWärme, welche natürlich denselben Gesetzen gehorchen muß, alsdie Mittheilung dieser Kraft. Die Reflexion der Wärme ist schonbei dem Strahlen derselben angegeben, sie steht mit dem Ver-schlucken im umgekehrten Verhältniß, s» daß die Oberflächen, welcheam wenigsten verschlucken, die meiste Wärme reflectircn. Die Bre-chung her Wärme ist durch Herschels Versuche vollständig erwiesen.Beim Durchgang durch das Prisma wird sie, gleich dem kickte,von ihrer geraden Bahn abgeleitet, und zwar in einem stärkerenGrade, da sich, wie wir oben sahen, die Wärmestrahlen viel weiterausbreite», und an den Gränzen viel stärker sind, als die Licht-strahlen» Was die Schnelligkeit betrifft, womit sich die Wärme-strghlen bewegen, so scheint diese ungemein groß zu seyn. Viel-leicht laßt sie sich mit der Geschwindigkeit des Lichts vergleichen.Doch wissen wir nichts genaues darüber, als daß sie sich ohne Zeit-verlust auf einem bedeutende» Raum ausbreiten. f>) ChemischeEigenschaften. Die Wärme ist außerordentlich thän'g bei je-der Veränderung der Mischung. Sie hat eine besondere Verwandt-schaft zzim Sauerstoff, die sie mit dem Lichte theilt: sie erzeugtsich am positiven Pol der Galvanischen Säule, in dem sich Sauer-stoff entwickelt. Überall, wo sie sich vermehrt, vermindert sie, denZusammenhang der Theile, begünstigt die Auflösungen und den Über-gang der festen in flüssige Theile und der Flüssigkeiten in Dampfe,e) Specifische Eigenschaften. Zu diesen rechnen wir dieNeigung der Wärme, sich gleichmäßig zu verbreiten und alle Kor-per'zu durchbringen./ Sie wird nämlich vermöge ihrer ausdehnen-den Kraft aus hem erhitzten Khrper ausströmen, um von einemandern, dem sie mangelten, gezogen zu werden. Sie geht fernertzupch alle Körper disrch, doch leiten sie die dichtesten am besten.