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Wärme 46t

Man weiß, wie stark und schnell das Metall die Wärme leitet, undwie wenig dies bei dem Glase der Fall ist. So ist ein zusammen-hängendes Stück Eisen em besserer Wärmeleiter, als Eisenferle;festes Holz leitet besser als Sägespäne.. Unter den Metallen leitendie edler» die Warme am besten. Blei am schlechtesten. Also. fin-det jene Regel hier eine gewisse Ausnahme, da die Dichtigkeit LeSSilbers, welches am besten leitet, geringer ist. als die des EiseyS,welches ziemlich schlecht leitet. Bekanntlich sind Federn und Pelz-werk sehr schlechte. Leinwand der beste Wärmeleiter. Unter denverschiedenen Hölzer» soll das Eichen-, Eltern- und Kiefernholzam schlechtesten. Apfelbaum- und Ebenholz am besten leiten. Dieverschiedenen leitenden Kräfte der Körper bringen lehr verschiedeneGefühle der Temperatur bervor, wenn auck das - hermometer dsn-selben Stand hat. Jederm-nn weiß, daß Metalle sich am kälte-sten anfühlen, nächst ihnen Steine. Wolle aber und Pelzwerk er-zeugen kerne Veränderung des Gefühls. Offenbar düngt dies davonab, daß jene Gegenstände nach ihren verschiedenen leitenden Kräf-ten dem menschlichen Körper mehr oder weniger Wärme entziehen.Dies ist der Grund davon, warum wir uns in Wolle und Pelz-werk hüllen, um die Wärme zu behalten. Die Wärme dringtweniger durch feste Körper, wird weniger durch sie geleitet, wennsie locker, schwammig und poröse sind. Dies kann man auch aufFlüssigkeiten anwenden." Je stärker diese zusammenhängen, destoleichter leiten sie die Wärme. Die Luft leitet, nach Rum-fords Beobachtungen, keineswegs an sich die Wärme, sondern bloßdurch die Strömungen, die sie erleidet. Die neusten Versuche vonBrewster haben noch folgende merkwürdige Eigenschaften der Wärmegelehrt: wenn sie längs einer Glasplatte fortgeht, so dehnt sieeinen Theil des Glases aus, wo sie nicht fühlbar ist. und ziehteinen andern Theil zusammen, wo sie sich fühlbar zeigt. Einigehaben selbst in der Wärme eine entgegengesetzte Polarität änlich,men wollen, wobei sie sich auf Kants Bemerkung stützen, daßWinter,-die bei uns sehr streng sind, in den Poiargegenden sichöfters durch besondere Milde auszeichnen. 2. Wirkungen derWärme. Die erste Wirkung der Wärme ist Vermehrung des Ge-fühls von Wärme in dem thierischen Körper. Dies ist aber eineErscheinung, welche man. nicht obenhin betrachten kann,, sonderndie uns zu gründlichen Untersuchungen nöthigt. Wir wissen, daßwir die äußere Hitze weit stärker empfinden, wenn es dabei schwülist, d. h. wenn die Luft feucht und negativ elektrisch ist. DieHitze der Luft kann an heitern Lagen viel-größer seyn, ohne daßsie uns so sehr auffällr. Wir wissen ferner, daß bei heiterem Frost-wetter, wenn wir uns nur bewegen, die Kalte wenig auf unswirken kann; jemehr es aber naßkalt ist, obwohl bei höheremGrade-der Temperatur, desto unangenehmer lallt uns die Kälteauf. Man sieht also, daß das Gefühl der Temperatur mit denGraden des Thermometers keineswegs in gleichem Verhältniß steht.Dazu kommt, daß offenbare Täuschungen bei diesem Gefühl um soleichter.vorkommen, jemehr es durch die Nerven erregt wird, welchekeine Klaren Empfindungen, sondern nur dunkle Gefühle hervor-bringen. Daher wird unzähligem«!« eine innere Ursache der ver-mehrten oder verminderten Wärme mit der äußern verwechselt.Weiß man nicht, daß das Gefühl von Kälte gewöhnlich Krämpfeund andere Upterdrückungen des Gefühls begleitet, und daß wir