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Washington (George) 475

Hauptstadt Virginiens, fortgesetzt wurde. Bei sehr glücklichenAnlagen mach'e er gute Fortschritte, und studirte besonders Ma-thematik. Nach beendigten Studien lebte er, wie die meistenGutsblsttzer in Virginien, wo es nur wenig Städte gibt, aufferner Pflanzung, und trat wie andere Staatsbürger unter dieMiliz. Ais im I. 1752 zwischen den Engländern und Franzo-sen >n Nordamerika wegen der Befestigungen, welche die Letz-ter» am Oh:o anlegten, Streitigkeiten entstanden, dre bald nach-her in offene Feindseligkeiten ausürachen, und mittelbar den sie-benjährigen Krieg in Deutschland zur Folge hatten, wurde derjunge Washington von dem englischen Gouverneur in Birginienan den französischen Befehlshaber als Unterhändler abgesendet. Erkam zurück, ohne den Zweck seiner Sendung erreicht zu haben,hatte sich aber bei dieser Gelegenheit genaue Kenntnisse der Um-stände verschafft, und er wurde, als Major, mit Zoo Mann vir-ginischer Miliz abgeschickt, um die neuen Etablissements der Fran-zosen am Ohio zu hindern'. Mit diesem kleinen Haufen verthei-digte er sich muthvoll und klug gegen eine weit überlegne An-zahl Feinde. Als im I. 1755 der General Braddon aus Eng-land mit Truppen nach Virg-nien kam, begleitete er diesen Be-fehlshaber in der Qualität als Oberster und Adjutant, führteein Corps virginischer Scharfschützen und Freiwilliger an, undzeichnete sich als geschickter Parteigänger im kleinen Kriege vor,theilhaft aus. Er erwarb sich dadurch Ruhm und Achtung beiseinen Mitbürgern , legte aber 17M das Cvmmands nieder, hei-rakyet« eine reiche Erbin, und lebte von der Zeit an auf seinenPflanzungen ganz den bürgerlichen Geschäften und den Wissen-schaften. Als im I. 1773 die schon seit einiger Zeit zwischen denenglischen Colonien in Nordamerika und dem Mutterland« ob-gemaltsten Misthelligkeiten in wirkliche Unruhe» ausbrachen (s. d.Art. Vereinigte Staaten von Nordamerika), bewaffnete Wa-shington, zum Theil auf eigne Kosten, die Miliz von Birginien,übte sie in den Waffen, und stellte sich an ihre Spitze. Nachdembei Lexington (d. ly. April 1775) das erste Blut in diesem Krie-ge vergossen worden war, beschloß am loten Mai der zu Phila-delphia versammelte Congreß der Staaten die Errichtung eines ste-henden, von sämmtlichen Provinzen zu besoldenden Heeres, undWashington wurde nnwüthig zum obersten Befehlshaber desselbenernannt. Nicht leicht hat ein General unter mißlichern Umständendas Commando einer neu geschaffenen Armee angetreten. Es fehl-te den Amerikanern beinahe an allen Kriegsbedürfnissen, und dieTruppen, die fast alle aus Freiwilligen bestanden, konnten einerstrengen Disciplin nicht unterworfen werden. Washingtons seit-dem bekannt gewordnen officiellcn Briefe an den Congreß schildernsm besten seine damalige Lage. Es gelang ihm jedoch, die Schwie-rigkeiten nach und nach zu beseitigen, und mehr durch Vorsicht,durch die er sich während des ganzen Laufes des Kriegs wirklichgroß bewiesen hat, als durch gewagte Unternehmungen, die ihmentgegengestellten geübter» Truppen zu bekämpfen, Im Anfangedes Jahres 177b nöthigte Washington den englischen GeneralHome, ore Stadt Boston zu verlassen, aber die folgenden Kricgs-begebenbeiten dieses Jahres fielen größtenthells unglücklich für dieAmerikaner aus. Der meisterhafte Rückzug Washingtons vonLong -Island, und seine Vorsicht, einem Haupttreffe« auszuwei-