486 Wassersucht
dem Niederlegen, beim Einschlafen, öfters plötzliches Erwachen mitgroßer Angst, so daß der Kranke aus stehn muß, fixer und heftiger 'Schmerz in der Brust oder im Rücken; Geschwulst der Hände, u. ^s. w. Die Bauchwassersucht verräth sich bald durch die Geschwulst Ides Unterleibes, welche beim Stehen sich nach unten, beim Liegen > ^auf die Seite senkt, auf welcher der Kranke liegt. Diese Ge- lschwulst sst elastisch, und gibt beim Anschlagen eine wellenförmige jBewegung zu erkennen. Dabei ist noch Knrzalhmen bei Bewe- !gung, Schwäche, Abzehrung, Durst, Abgang eines sparsamen,feurigen Urins zu bemerken, und endlich gesellt sich noch auszeh-rendes Fieber hinzu. Der das Wasser einschließende Sack in derSackwaffersucht wirb oft von dem Bauchfell allein, zuweilen auchvon einer eignen Membran im Untcrlcibe gebildet. Die dabeiStatt findenden Umstände sind meistens die nämlichen, wie bei dervorigen Art, doch ist die Geschwulst des Bauches nicht so gleich-mäßig, sondern befindet sich, wenigstens im Anfang, nur an einereinzelnen Stelle, und bleibt in seder Lage d.'s Körpers ziemlichunverändert. Die übrigen GesundheilSumstände, der Urinab- >gang, Appetit, Durst, u. s. w. sind bei dieser Wassersucht amwenigsten verändert, und sie kann,' ohne lebensgefährlich zu werden,länge dauern. Die Hautwassersucht wird durch die Geschwulst inder Haut sichtbar, welche dem Fingerdruck nachgibt und eine Zeitlang eine Vertiefung behält. Gewöhnlich fangt diese Geschwulstan ven Füßen an und steigt allmählig höher. In der Folge ge-sellt sich oft innere Wassersucht dazu, nicht selten aber ist auch dieHautwassersucht Folge einer innerlichen. Die Haut mancher Theil« ^kann in dieser Krankheit oft zu einem ungeheuern Umfang ausge- ,dehnt werden, wodurch ihre Organisation so geschwächt, ihr Ge-webe s« ausgedehnt wird / daß endlich die Feuchtigkeit durchdringt,oft auch Lähmung der Lebenskraft der Haut eintritt. Dies ge-schieht um so schneller, wenn eine Entzündung, sie sey nun vonRothlauf oder von einer Verletzung, die geringe Vitalität vollend-schnell aufreibt, wodurch meistens der Brand dazu kommt. —
Die Entstehung der Wassersucht erklärt man sich auf folgendeWeise. Die meisten innern Höhlen des Körpers sind mit einerdünnen aber festen Haut (Membran« seroea) umkleidet, welche miteiner unzählbaren Menge der feinsten Ädorchen (Haargefäße) ver-sehen ist. Diese hauchen beständig einen wässerigen Dunst aus,,welcher die Wände der Höhle glatt und schlüpfrig erhalten unddie Reibung derselben an einander und mit den in ihnen enthalte-nen Theilen (z. B. den Lungen) vermindern soll. — So öffne»sich auch in das Zellgewebe der Haut und unter derselben unzäh- !lige solche aushauchende Adern. Dies« ausgehauchte dunst- undluftförmige Flüssigkeit wird aber in gesundem Zustande von ^
den einsaugenden Äderchen wieder aufgenommen und in dieBlutmaffe zurückgeführt. In dem krankhaften Zustande, welcher /die Wassersucht begründet, wird von den absondernden Haargefäßenanstatt des Dunstes «ine tropfbare Flüssigkeit abgesetzt,, und diesesammelt sich hei geschwächter oder ganz gelähmter Thätigkeit dereinsaugenden Äderchen so an, dass sie «Wählig die Höhle anfülltund immer mehr ausdehnt. Der krankhafte Zustand,, welcher dieVerrichtung der aushauchenden Gefäße so verändert, kann Entzün-dung oder Lähmung derselben oder zu wässerige Beschassenhcir desBlutes seh«. Es wie der entzündliche Zustand eines jeden abstn-