Weber (Cork Maria von) 495
bei dem ausgezeichneten Großmsnmschen Lheaterorchester zu Han-nover, welches größtenhcrls aus jungen Böhmen bestand, und wel-ches er drei Jahr lang mit großem Nutzen für sein Studium derdramatischen Musik leitete. Darauf reis'te er durch einen Theilvon Holland, Deutschland, Dänemark und Schweden, beschäftigtesich bei einem zehn Monate langen Aufenthalte in Stockholm,unter Voglers unmittelbarer Leitung, mit Bearbeitung desKontrapunktes, wobei vorzüglich Gluck sein Borbild war, ausdessen Opern (damals in Stockholm unter Vogler vortrefflichausgeführt) er große Nahrung für seinen Gellt schöpfte. Auchschrieb er emige Kcrchenstücke unter seines Meisters Augen. Dar-auf begleitete er seinen Lehrer auf einer Reise bis nach Hamburg,von wo er nach einem gegebnen Concerte 17Y2 nach Berlin ging. Hierwurde er zuerst als Mitdirector des Orchesters beim Nativnalthea-cher angestellt, reis'te im Sommer 17Y3 durch einen Theil vonDeutschland mit dem Auftrage, einige Sänger und Sängerinnenfür dasselbe zu engagiern, und wurde in Wien durch Salieri'sBekanntschaft mir der theatralischen Musik und Glucks großenWerken noch mehr vertraut gemacht. Im I. 1706 erhielt er we-gen abgelehnten Rufes nach Rheinsberg einen erhöhten Gehalt.Er blieb von dieser Zeit an in Berlin- als Musikdirektor und un-ternahm von da aus mehrere kleine Reisen, auf w-lehre,>- er hier»nd da seine Kompositionen auftüarte. Im I. i8»3 begleitete erden Hrn. v. Kstzenue auf ein Jahr nach Paris und wurde zumKapellmeister ernannt. Er ist als ein guter Musikdirektor be-kannt und in der Behandlung seines Orchesters ausgezeichnet. Da-gegen wirft man ihm geräuschvolles Tactircn bei Aufführungen undsonst eine einseitige Befangenheit für Glucks Opern und Glückl-ichen Muslkcharacter vor. In seinen eignen Kompositionen, vondenen die meisten aus einzelnen Musikstücken zu Schauspielen (zuTeil, Braut von Messina, Jungfrau von Orleans, Werners Weiheder Kraft, Hussiten) und andern Gelcgciiheitsftücken (Musik zu GL-the's Epimenidcs) bestehen, erkennt man dieses Norbild allerdingsauch, aber damit auch Streben nach poetischer Chsracteristik, diesich jedoch zuweilen ins Detail verliert, und leicht in die Breitegeht (wie in der Ouvertüre zu Wilhelm Teil) Kenntniß großerOrchestereffecte, Klarheit, energischen Ausdruck und Häufung ge-fälliger Melodie, bei weniger Originalität und Mannichfalttgkeitder Gedanken. Sein Duodram Sulmalle, (1M2) feine OperDeodata, (izio) Text von Kotzcbue, und die kleine Operette:die Wette, (1807) sind außer Berlin nicht sehr bekannt. Mehrfind es seine herausgegebnen melodiösen und charaktervollen Gesängemit Begleitung des Pianoforte (die meisten zu Schauspielen ge-hörig), und seine kraftvolle melodramatische Komposition derSchillerschen Ballade Fridvlin oder der Gang nach demEisenhammer, Auch soll er ein sehr fertiger und gründlicher Kla-vierspieler seyn.
Weber (Carl Maria von), Königl. Sächs. Kapellmeister undMusikdirektor der deutschen Oper in Dresden, ist den izten De-cember 1756 zu Eutin im Holsteinischen geboren, und genoß derAgkaltigsten Erziehung mit besonderer Borliebe für die schönenKünste, besonders da sein Bater ausgezeichnet Violine spielte.Dre stille, eingezogene Weise, in welcher seine Familie lebte, deruste Umgang mit erwachsenen, gebildeten Menschen, und die fast