Weihwasser Weimar (Fürstenthum) 5H
zum Andenken dieser Begebenheit im vierten Jahrhundert aufkam,und im fünften Jahrhundert für immer auf den szsten Decembergelegt wurde, obschon über den Lag, an welchem Christus gebo-ren worden, zuverlässige Nachrichten fehlten. Aus dem Evang.Lucä wußte man, daß diese Geburt zur Nachtzeit geschehen seyund veranstaltete daher Gottesdienste in der hierdurch geweihtenNacht vom 2-ssten zum azsten Decbr., woher der Name Weih-nachten entstand. Man knüpfte die Gedenktag? des MärtyrersStephan»« und des Evangelisten Johannes an Weihnachten anund machte es so zu einem dreitägigen hohen Feste. Es bildet inden heiligen Zeiten des Kirchenjahre« einen besondern Abschnitt,den Weihnachtscyclus, zu dem die Tage vom ersten Adventsonn-tage bis zum Feste der Erscheinung Christi (6. Januar) gehören.Die Sitte, dies Fest durch gegenseitige Freudengeschenke auszu-zeichnen, ist allerdings heidnischen Ursprungs und von den Ge-bräuchen, welche bei den um diese Zeit des Jahrs gefeierten Sa-turnalien und Tagen des Sonnenfestes üblich waren, abzuleiten,aber durch schöne christliche Deutung längst geheiliget. In derFeier des Weihnachtsfestes stimmen alle christliche Kirchen überein,nur wurde sie in einigen protestantischen Ländern (Preußen undBraunschweig) auf zwei Lage eingeschränkt. L.
Weihwasser wird das in den am Eingänge und an schick-lichen Orten im Schiff katholischer Kirchen befestigten Weihkeffelnoder Becken enthaltene geweihete Wasser genannt, mit dem dieEintretenden sich zu besprengen Pflegen. Religiöse Reinigungenvor dem Anfang« gottesdienstücher Handlungen waren und sind beiJuden und Heiden gebräuchlich, denn zum Gebet erlvdert diefromme Meinung und Sitte reine Hände. Als Nachbild desehernen Meeres am jüdischen Tempel wurde seit dem vierten Jahr-hunderte auch am Eingänge jeder christlichen Kirche ein Wasserbe-cken angebracht, worin die zur Andacht Eintretenden sich die Händewuschen, doch erst seit dem sechsten Jahrhundert pflegte man daSWasser dazu besonders zu weihen und Weihwasser zu nennen unddem Gebrauche desselben heiligende, ja wundervolle Kräfte beizu-meffen, ein Glaube, von dem sich die noch jetzt zu Rom üblicheBesprengung der Hausthiere mit Weihwasser an einem bestimm-ten Festtage herschreibt. Die griechische Kirche hat den, von denProtestanten nicht beibehaltenen, Gebrauch des Weihwasser« mitder katholischen gemein. L.
Weimar, ein deutsches Großherzogthum in Obcrsackien,welche« jetzt aus den Provinzen Weimar, wozu auch der neustäd»ter Kreis gehört, und Eisenach besteht, und auf 67 m Meil.n,iy2,87i Einwohner, in ZZ Städten, Marktflecken und 679Dörfern und Weilern zählt, und etwa ij Will. Gulden Ein-künfte abwirft. — Das regierende großherzogliche Haus stammtvon der ernestinischen Linie des sächsischen Hauses ab, und bildetdie ältere Linie der Herzoge von Sachsen (s. d. Art,). Es hat diegroßherzogliche Würde seit 1815 angenommen. Seine Besitzun-gen machen als Großherzogthum einen deutschen Bundcsst >ataus, dessen Beherrscher mit den übrigen Herzogen des ernestini-schen Hauses auf der Bundesversammlung die zwölfte Stelle, imPlenum aber eine eigne Stimme hat,
Weimar, das Fürstenthum oder die Provinz,..bestand ur-sprünglich aus einigen um die Stadt brr belegnen Ämtern, bis