5io Welhbischof Weihnachten
stn nach den Niederlanden und kehrte endlich allein nach Mainzzurück. Von hier aus begleitete er sie abermals auf einer Reiftüber Bayreuth, Dresdeu, nach Prag und Wien, wo er sich ein«Zeit lang aushielt und von «iner heftigen Gelbsucht ergriffenwurde. Während der Kriegsunruhen in den Rheingegenden lebteer in Mannheim, w» er jedoch nicht als Arzt practicirtr, son»dern als Privatmann sich aufhielt. Von hier zog er nach Heil-bronn im I. 1794... Hier schrieb er den Entwurf einer einfachenLrzneikunst, oder Übersicht der Brownischen Systems, welche her-nach Frank ins Italienische, Berlin ins Französische, Manzanoins Spanische übersetzte. Ferner schrieb er vier Hefte eines Ma-gazins der Brownischen Arzneikunst, sein praktisches Handbuch,den neuen philosophischen Arzt in drei Bänden, und noch andereKleinigkeiten. Ungeachtet er verschiedene Anträge bekam, Stel-len anzunehmen, zog er doch sein ruhiges Lehen in Heilbronn vor.In der Folge begegnete ihm aber auch dort manches, was ihmdas Leben verbitterte und seine Gesundheit zerrüttete, besondersUnglück in seiner Familie. Mit Anfang des Jahres rsoi bekamer einen Anfall von beinahe allgemeiner Gicht, die ihm besondersin den untern Extremitäten viel Schmerz verursachte. Er reis'tedeßhalb in das Bad nach Badenbadcn, welche« ihm zwar einigeLinderung, jedoch nicht auf die Dauer verschaffte. — Weikardwar der erste, welcher die Grundsätze der Brownischen Lehre indie deutsche Literatur verpflanzte. Die dadurch erregten Strei-tigkeiten trafen auch ihn vorzüglich, und da er nicht selten durchdie hitzigen Ausfälle der Gegner gereizt wurde, so war seine Ver-theidigung eben so derb als bitter. Die Art des Streites, wieWeikard ihn führte, konnte aber zuweilen noch weniger, es seydenn durch seine kränkliche Verstimmung, entschuldigt werden. Erstarb im Jahr 1803 am szsten Julius im basten Jahre seines Al-ters zu Brücken«».
Weihbischof ist ein hoher Geistlicher der katholischen Kir-che, der zum Bischof geweiht worden ist, jedoch kein wirklichesBisthum besitzt, sondern nur den Titel von einem — gewöhnlichin Griechenland oder in der Levante gelegnen — ehemaligen bi-schöflichem Sitze erhält, folglich nur Bischof in Portikus iuLcks-ILnrv ist, übrigens unter einem Erzbischof (Metropolitan, s. d.Art.) steht, und dessen Stelle in gewissen Fällen vertritt; daher«r auch Suffragan (s. d. Art.) des Erzbischofs heißt.
Weihe, s. Ordinarien.
Weihkessel, ein Gefäß, gewöhnlich in Form eines Be-ckens, von Stein, Thon, Porzellan oder anderer Masse, undvon »erschiedner Größe, das in den katholischen Kirchen, gleich amEingänge, auch in den Wohn- und Schlafzimmern bei Katholi-ken, angebracht ist, und in welchem das Weihwasser aufbewahrtwird.
Weihnachten oder das Fest der Geburt Christi wurde inden ersten Jahrhunderten der christlichen Kirche nicht gefeiert, dadie christliche Sitte überhaupt lieber den Tag des Todes merkwür-diger Personen, als den Tag ihrer Geburt auszeichnete. Daherwar die Feier der G-dächtnißtage des Märtyrer« Stephan«»und der zu Bethlehem ermordeten unschuldigen Kinder schonim Gange, als, wahrscheinlich im Gegensatze gegen die von derGeburt Christi unwürdig lehrenden Manichäer, ein Kirchenfest