Wein Si3
mehrere Gemählde unsers Kranach, der auf ihrem Kirchhofe begra-ben liegt. Weimar hat ein stark besuchtes Gymnasium, ei»Schullehrerseminar, ein freies großherzogliches Kunstinstitut, ei»Zuchthaus, ein Waisenhaus, ein Hospital und Krankenhaus,eine Freimaurerloge und ein Hoftheater, dessen Personal von je-her zu den ausgesuchtesten Deutschlands gehört und viel zur Rich-tung des guten Geschmacks beigetragen hat. Merkwürdig sindhier noch Bertuchs Kunst, und Industrie - Eomtoir mit dem geo-graphischen Institute, vielleicht die weitverbreitetste Anstalt inganz Deutschland, in dem außer dem Opposttionsblatt« acht der ge-lescnsten deutschen Journale erscheinen, und des trefflichen FalkInstitut für hülfsbedürftige Kinder. Bon Jndustrisavstalten fin-det man außer einer Metall- und einer Gpiclkartenfabrik Und ei-nigen Stühlen in Wolle wenig; die Einwohner leben meisten»von den Ausflüssen des Hofs und der Dicasterie». j Stunde vo»der Stadt liegt auf einem Hügel, wohin eine schöne Allee führt,das Lustschloß Belvedrre mit einem weitläuftigen äußerst reizen-den Parke, und etwas näher dar Dorf Liefurth mit seinen An-lagen.
Wein, Wein«. Bei den vielen verschiedene», kaum z»merkenden Sorten dieses über die ganze Welt verbreiteten, belieb-ten geistigen Getränke« kann eS hier weniger der Zweck seyn,alle verschiedenen Sorten aufzuzählen, als vielmehr die all-gemeinen Vorschriften, nach denen eine Auswahl in Hinsicht aufStärke, Clima, Gesundheit, Geschmack rc. zu treffenist, nebst dem, was die Güte desselben überhaupt erkennen laßt,mitzutheilen. In Hinsicht der Güte achtet man beim Wein aufReinheit und Durchsichtigkeit; rothe französische Weine müssen na-mentlich im Glase wie ein Rubin durchsichtig, frei von erdigemherben Geschmack seyn. ES darf ein solcher rother Wein nichtdicklich seyn, man muß Feuer auf der Zunge fühlen, ohne dochetwas brennendes zu bemerken. Der Wein wird erst durch dieZeit gut, indem dabei die Währung des geistigen Wesens um somehr entwickelt wird, jemehr der Most Zuckerstoff enthält. Jung«unauSgegohrne Weine berauschen daher leichter, als ältere. Da»Alter jeder einzelnen Sorte läßt sich aber keineSweges fest bestim-men. Die deutschen Weine können fast bis in undenkliche Zeile»aufbewahrt werden, und nehmen, gut verwahrt, immerfort a»Feuer, aber nicht an Wohlgeschmack zu. Lager von solchen alte»„Präsent« einen," wie sie heißen, weil sie durch die Lager-zinsen und das Nachfüllen so kostbar wurden, daß man sie nur beistattlichen Gelegenheiten züm besten, zu Geschenken gab, fandensich sonst häufiger, als jetzt. Besonders ist der Wein aus derRose, einem Rathskeller in Bremen, bekannt, wovon dieBouteillerrxx, Tblr. geschätzt wurde, wenn Man Zins auf Zins Unb alleKosten berechnet. Züm gewöhnlichen Getränke paßt jedoch so einalter Wein durchaus nicht. Die französischen rothen Weine haltensich gewöhnlich kaum einige Jahre. Die von den besten Jahrenbehalten ihre Güte boch nicht über ein Lustrum. Die gewöhnlich,sie» Weine bei uns sind die deutschen, französischen undungarischen. Die andern lausen mehr als Leckereien, Sel-tenheiten, Krattkenweine, Dcsertweine U. s. f. mitunter. Die große Menge, in der die erster» wachsen , die Näh«,in der wir sie haben, die marmichfachen Sorten, weiche, durch»
e„w. -ex. 4»s««». x. IZ