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der Familie des Kinberfreundes erschien als Fortsetzungjenes Werks. Diese Schriften für die Jugend find die schönstenBlumen in Weiße's Schriststellerkranze, durch sie hat er sich diewahre Unsterblichkeit, die des nützlichen Wirkens erworben. Seinpädagogischer Ruf wurde dadurch sehr verbreitet, und man wen,bete M, so wie vorhin an seinen vertrauten Freund Geliert, vonallen Orten her an ihn, um durch seine Empfehlung Erzieher derJugend zu erhalten. Auch das Verdienst hat Weiße, auf diese Art ^zuxBilduug derJugend beigetragen, und da« Glück manche« jungen ,,Mannes befördert zu haben. Diese Verbindungen veranlaßten eure«usgebreiletc Korrespondenz, die nur ein Mann von feiner Thätig-keit unterhalten konnte. Diese Thätigkeit wurde nur erst gegendas Ende seines Lebens durch Kränklichk-tr gehemmt. Er starb amiü. Dec. 1804. Leipzigs Einwohner ehrten sein Andenken durchein sehr feierliches Leicheubegangniß. Weiße war ein heitrer, edler,wohlwollender Mann, der in jeder Rücksicht die Achtung, die ihmvon allen Seiten zu Theil wurde, verdiente. Er hat sichselbst mit vieler Aufrichtigkeit geschildert in der: Selbstbiographie,herausgegeben von C. F. Weiße und S. G. Frisch, Leipzig,1806
Weisthümer, in unsrer Schriftsprache jetzt wenig mehr ge-braucht, bedeutete sonst die Entscheidungen eines Richters. Soauch ein Gericht selbst, weil darin da» Recht gleichsam gewiesenwird. In dieser Bedeutung gebrauchte es insbesondre LeonhardWächter in den Gagen der Vorzeit-wieder, wo er spricht: „Schonseit zwei Jahren ist von Euch kein Landtag ausgeschrieben, find dieWeisthümer nicht gehegt, welche dem Unterthanen kundig machen ,sollen, was er von seinem Fürsten zu erhalten, was er ihm zu lei-sten hat." Hin und wieder bezeichneten einige Schriftsteller auchda« gesammte Wissen mit diesem Worte.
Weitsichtigkeit. So wie bei der Kurzsichtigkeit(s. d.-Lrt.) die Gegenstände dem Auge ziemlich nahe gebracht wer,den müssen, um gesehen und erkannt zu werden, weil die Horn-haut zu convcx ist und die Strahlen zu früh gebrochen werden,wenn der Gegenstand entfernt ist, - mithin kein Bild daraus ent-steht.: so ist bei der Weitsichtigkeit der entgegengesetzte Feh-ler da. Wer daran leidet, sieht nur entfernte Gegenstände deut-lich und muß die nähern, um sie zu erkennen, entfernen. Gewöhn-lich ist da« Auge hier in der Hornhaut oder der CrystaMinse zuwenig gewölbt, was meistentheils wiederum Folge verminderterFeuchtigkeit ist. Aus diesem Grunde pflegt die Weitsichtigkeit mei-stenthcils «ine Begleiterin des Alters zu seyn, weil da die Säfteweniger werden. Indessen thut auch die Gewohnheit hierbei sehrviel. Tandlcute, Jäger, Hirten sind fast alle weitsichtig, weil sieihr Auge beständig im Freien üben, dagegen können sie aus dementgegengesetzten Grunde nichts in der Nähe lesen. Aus dem ent> ^gegengesetztcn Grunde findet man selten weitsichtige jüngere Gelehr-te, Künstler und überhaupt Städter, und darum ist Kurzsichtigkeitein viel gewöhnlicheres Übel, als Weitsichtigkeit. Abgeholfen wirdihr durch eine convexgefchliffne Brille, deren Convexität dem Gradeder Weitsichtigkeit entspricht. Eine Sache, die das Gefühl amsichersten entscheidet, Personen, welch« durch die Operation desgrauen GtaarS die Linse verloren, werden allemal aus dem «perir-