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Weiße 325

Weiße (Christian Felix), KreiSsteuereinnehmer zu Leipzig,ein Name, der, so weit die deutsche Sprache reicht, noch lang« mitAchtung genannt werden wird. Gleich schätzbar als Schriftstellerund als Mensch, gehört Weiße unter die verdienstvollsten Männerfernes Zeitalters, a»f welches er durch seine rege Wirksamkeit altDichter und vorzüglich als Lehrer der Jugend, einen bedeutendenEinfluß hatte. Weiße wurde am 8ten Februar 1726 zu Annabergim sächsischen Erzgebirge geboren. Sein Vater war Nector derdasige» Stadtschule, wurde aber gleich nach des Sohnes Geburtals Dircctvr des Gymnasiums zu Lltenburg angestellt, wo er früh-zeitig starb. Auf dickem Gymnasio erhielt Weiße seinen ersten Un-terricht, und ging 1745 nach Lripzig, wo er sich vorzüglich derPhilologie widmete, «in sich zu einem Schulamte vorzubereiten. Erfand hier noch jene Versammlung guter Köpfe, welche unsre schöneLiteratur so rühmlich gehoben haben, Klvpstock, Cramer, die Schle-gel und andre. Mit G. E. Lessing knüpfte er eine vertraute Freund-schaft. Beide singen gemeinschaftlich an, für das deutsche Theaterzu arbeiten. Weiße's erster, nun freilich vergeßner Versuch, war:hie Matrone von Ephesus. ' Weiße übersetzte auch jetzt vcr-schiedne französische Theaterstücke. Im I. 1750 wurde er Hofmei-ster eines jungen Grafen Geyersberg, mit welchem er mehrereJahre >n Leipzig verweilte, und die Hörsäle verschiedner Lehrerbesuchte. Er wurde während dieser Zeit mit Gellcrt und stabilerbekannt, arbeitete fleißig für das Theater, und gab 175h sein«scherzhaften Lieder heraus, die vielen Beilall fanden; meh-rere derselben wurden, in Musik gesetzt, Volkslieder Erging1750 mit seinem Zögling nach Paris, wo er interessante Bekannt-schaften machte. Als er 1760 nach Leipzig zurückkam, blieb er ein«Zeit lang^ohne Anstellung, und beschäftigte sich mit Arbeiten fürdas Theater. Dir meisten seiner dramatischen Werke sind aus je-ner Periode. Auch gab er die Pibiiothek der schönen Wissenschaf-ten und freien Künste, und 1761 seine Amazonenlieder her-aus, die unter den damaligen Umständen großen Beifall fanden.Im Jahr 1762 erhielt er die Stelle als Kreissteuereinnehmer inLeipzig, welche er bis an seinen T»d bekleidet hat. Seine ganze Mußewar literarilchcn Arbeiten gewidmet. Vom I. 176z an arbeiteteer für die Koch'sche Gesellschaft in Leipzig komische Opern, zuerstin Übersetzungen aus dem Französischen (Lvttchen am Hofe, die Liebtauf dem Lande), spater Originalstücken (die Jagd, wenigsten-größteurheils, der Erntekranz). Diese Stücke haben lange Beifallerhalten. Seit dem I. l?74 gab er die theatralischen Arbeitenfast gänzlich auf. Außer der Herausgabe der neuen Bibliothekder schönen Wissenschaften, vielen Übersetzungen aus dem Französi-schen und der Theilnahme an dem netten Gesangbuch« sMes Freun-des Zollikafers, beschäftigte er sich jetzt vorzüglich mit Schriftenfür die Jugend, und hals dadurch einem lange gefühlten Bedürf-nisse ob. Seine Lieder für Kinder, sein Abc-Buch wurdenmit verdientem Beifall aufgenommen; das letztere ist lange dasvorzüglichste Buch dieser Art geblieben. Von, I. 177g an gab erden Kind ers reund heraus. Bon dem Eindruck, den dieses Buchmach!.-, zeugt dkt Umstand, daß es in sechs Jahren fünfmal aufge-legt wurde, ohn? die verschied»«» Nachdrucke in Anschlug zu brin-gen. Von dem wiener Nachdrucke wurden in den österreichischenStaaten über 15,000 Exemplare abgosetzt. Der Briefwechsel