sss WeltwejHcit Wende«
de, der Mond, bewegen sich mit ihren Planeten zugleich um dieSonne. Weit über allen diesen Welikörpern, in einer ungeheuernEntfernung von uns, sind am Firmamente die Kirsterne, die ihre«Stand gegen einander nicht verändern.
Weltwcisheit, s. Philosophie.
Wendekreis (Wendecirkel.^ropic,es) ist derjenige Punkt derEkliptik oder Sonnenbahn, auf welcher bie Sonne ihre jährliche Bewe-gung macht, wo dieSonne, wenn sie ihn erreicht hat, stille steht unddann sich wieder wendet. Die Sonne tritt nämlich im Anfangedes Frühlings in den Äquator, steigt dann täglich höher gegen denNordpol hinauf, bis sie in den Wendekreis oder Cirkel des Kreb-ses (troxicus ewncri - oder boisslio) kommt. Zu dieser Zeit, dadie Sonne in ihrem Stillstondspunkte ist, haben wir den längstenLag. Die Sonne wendet sich dann wieder, erreicht im Anfangedes Herbstes den Äquator und geht dann täglich weiter nach Su-den, bis sie in den südlichen Wendecirkel (kropicus »ustralis «der«ürxräcorni) kommt, da wir alsdann den kürzesten Tag haben.Hter„wendet sie sich aufs neue, und kommt im Frühling wieder inden Äquator.
Wenden hieß anfangs ein einzelner Zweig der großen slavische»Völkerschaft (s. d. Art. Slave«), der, wie die übrigen slavische»Stämme, gegen die Mitte des 6ten Jahrhunderts in Deutschlandeindrang, und sich auf der östlichen Seite der Elbe, besonders inder Mark Brandenburg, niederließ. In der Folge nannten dieDeutschen mehrere dieser slavischen Stämme, (Serben, Obotriten,Milziener, Dalminzcr) mit dem allgemeinen Namen Wende».Diese Benennung hat sich noch in dem Fürstenthume Wenden i«Meklenburgischen — wo die Obotriten ein Reich errichteten, au»weichem das heutige Großherzogthum Meklenburg entstanden ist —so wie in Steiermark und Kä'rnthen, erhalten. Vorzüglich aberist er den Sorben in den beiden Lausitzen geblieben. Diose Sor-benwenden, ein nicht ganz rohes Volk, breiteten sich in derzweiten Hälfte des 6tcn Jahrhunderts vom meißner Lande an biszur Saale aus, cultivirten das Land, und legten Dörfer undStädte an, deren viele durch ihre Namen den wendischen Ursprungbeurkunden. Sie waren ein kriegerisches Volk und führten von»Anfange des 7ten Jahrhunderts an Kriege gegen die Franken,denen sie zinnsbar wurden, dann, öfters in Verbindung mit denBöhmen und später mit den Hunnen, gegen die Deutschen, bis sie(yzq,) bei Merseburg von Heinrich I. völlig geschlagen wurden.Die deutschen Könige legten nun Festungen an und errichteten dieMarkgrafschaften Meißen und Lausitz, um die Wenden im Gehor-sam zu erhalten. Auch wurden die Stifter zu Meißen, Merseburg,Zeiz und Magdeburg zum Theil in der Absicht angelegt, die christ-siche Religion unter den Wenden auszubreiten. Die Wenden wur-den aus ihren Städten, die nun deutsche Bewohner erhielten, aufdie Dörfer verdrängt; die Kriegsgefangnen wurden an Stifter,Klöster und Adelige als Leibeigne verschenkt; alle Mittel wurdenangewendet, die Wenden zur Annahme der christlichen Religion zuzwingen , und sie nach und nach mit den Deutschen in ein Volk z«verschmelzen. Die Einführung der christlichen Religion unter ih«pcn wurde allmählig bewirkt» obwohl die Spuren des heidnischenGötzendienstes und des Aberglaubens, an de« dieses Volk bisher