Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
Seite
541
JPEG-Download
 

Werner (Friedrich Ludwig. Zacharias) 541

Buchstaben klebend, nie sich mit dem Erfundenen begnügend, stet«Neues hinzufügend, bildete er lieber schreibende Schüler, als daßer selbst schrieb. Allein in seinem Nachlasse haben sich viele zumDruck fertige Abhandlungen gefunden. Übrigens war er einwahres Muster seiner Schüler auch in moralischer Hinsicht. Seit1792 Bcrgcommissionsrath, seit 1800 Bergrakh, nahm er an derLeitung der ganzen Bergakademie sowohl, als an den Berwal-tungsgeschäften überhaupt, vielfachen Antheil. Die trefflichenWasserleitungen zur Beförderung und Erleichterung des Gruben»baues sind, wenigstens was die Ausführung betrifft, größtenthcilssein Werk *). Die im Stillen seit 20 Jahren betriebene, unterSchüler» von Werner» nach Distrikten vertheilte, mineralogi-sche Beschreibung und Aufnehmung von ganz Sachsen, welche denganzen thüringer Wald nebst einem Theile des Harzes umfassend,auch die böhmischen und schlesischen Gebirge sich einverleibend, eineso höchst genaue mineralogische Karte liefern wird, wie e« viel-leicht keine gibt, ging von ihm aus und ist stets von ihm geleitetworden. In England und Schottland find nach Wernerschen Ideentreffliche mineralogische Karten einzelner Grafschaften verfertigtworden. Sein an Vollständigkeit und wiff-nschaftlicher Ordnungeinziges, aus mehr als 100,000 Exemplaren bestebcndeS Mincra-liencabinet ist vermittelst einer ^Leibrente, deren Ertrag selbst andas Institut zurückfällt, ein Eigenthum der Freibcrger Bergaka-demie geworden. Werner hatte dafür von England ausThlr. geboten erhalten, allein er überließ es dem Batwtande für40.000 Thlr. Werner hatte auf seinen vielfachen Reisen bedeu-tende Bekanntschaften gemacht, und war dadurch nicht nur mehre-rer deutschen Akademien, sondern auch des Instituts von FrankreichMitglied. Dennoch blieb stets Bescheidenheit und Anspruchlosigkerrderschönste Schmuck des großen Gelehrten , der dadurch auch als Menschliebenswürdig wurde. Da er mit so inniger Liebe an seinem Va-terland« und dessen väterlichem Regenten hing, so hatte er mehrereäußerst glänzende und vortheilhafte Rufe ins Ausland abgelehnt,und begnügte sich mit seinem mäßigen Einkommen um so leichter,da er nicht verherrathet war. Er starb zu Dresden am zostenJuny 1817 in den Armen seiner Freunde und seiner einzigen Schwester.Dem edlen Verstorbenen zu ehren, wurde sein Leichnam unter ei-nem feierlichen Traucrzuge nach Freiberg abgeführt. Der Staatübernahm die Bestattung, und es wurde dazu von dem königl. sächs»geheimen Finanzcolleginm selbst eine namhafte Summe bewilligt.

Werner (Friedrich Ludwig Zacharias). Wenn auch dasäußere Leben dieses Mannes wenig darbietet, was die Aufmerk-samkeit seiner Zeitgenossen auf ihn zu lenken vermöchte, so wardoch sein inneres so bedeutend, daß er deßhalb eine Stelle unterben Ausgezeichneten seiner Zeit wohl verdient. Er stand zuerst alsKammersecretär zu Warschau und später in Berlin in königl.preußischen Staatsdiensten, verließ dieselben jedoch freiwillig, umsich ganz dem Beruf« als Schriftsteller und Dichter zu widmen,

*) Cln herrliches Werk für das Studium des Bergbaues gab Wernerheraus unter dem Titel: Neu« Theorie von der Entstehung der Gängemit Anwendung auf den Bergbau, besonders den Frelberglchen(Freiberg 1791), JnS AranzSs. übers. durch d'Bubiilsson i«m Theil>»lr Bsmerk. von Wnnern feldst.