576 Whitbread
tung bet nun verstorbenen Ministers Pttt alle Gerechtigkeit wie-derfahren. Der Prozeß dauerte nur rz Tage, und Melville wardden i2ten Juni losgeiprochsn. Die neue Verwaltung unter Fox,dem Grafen Grey (WhitbreadS Jugendfreund und Schwager) undLord Grenville hätte im Allgemeinen «n Whitbread eine kräftigeStütze; doch behauptete er auch gegen sie seine Unabhängigkeit und galtfür einen ^.intracksble," unbeugsamen Mann. Offen und männlichwiderlegte er die gehässigen Bemerkungen des Sir Francis Burdettkn Ansehung der Grundsätze des neuen Ministeriums. Es entstandhieraus zwischen beiden ein Briefwechsel, der ohne die Vermittelungder gegenseitigen Freunde einen Zweikampf zur Folge gehabt ha-bett würde. Übrigens bewachte Whitbread mit patriotischer Eifersuchtjeden Schritt der Minister, welcher eine Ausdehnung der königl.Vorrechte zu beabsichtigen schien. Im Februar 1307 beschäftigteer sich mit einer Prüfung der vorhandenen Gesetze, die Armen be-treffend. Als nach Fox Lobe die von Whitbread eifrig unter-stützten Friedensunterhandlungen mit Frankreich sich zerschlugen undnach Grenville's AbgangVaus dem Ministerium ein neues Parla-ment berufen wurde, erließ er den 28sten April ein freimüthigesSchreiben über das Verhalten des Unterhauses an die Wahlmän-ner von BeLford. Aufs neue zum Stellvertreter der Nation er-nannt, arbeitete er, um den sittlichen Zustand der Armen zu ver-bessern, an der Einführung des schottischen Parochialschulsysteirsin England; doch konnte er kein Gesetz deßhalb zu Stande brin-gen , sondern bloß Privatuntcrnehmungen durch sein Ansehn undsein Beispiel unterstützen. Als bald darauf Buonaparte Spanienüberzog, sprach er mit Eifer für die Sache der Unabhängigkeit derspanischen Nation, und gegen die ungerechte Herrschsucht des fran-zösischen Kaisers. Eben so nachdrücklich tadelte er mehrere Be-schlüsscft>cS wiener Eongreffes, vorzüglich die in Ansehung Sachsens,so daß die Königin von Sachsen selbst einmal bei Tafel sich dank-bar äußerte, wie sehr sie die edle Theilnahme des Herrn Whitbreadan dem Schicksale ihres Gemahl« zu schätzen wisse. Die Achtser-klärung, welche der'Congreß gegen Napoleon erließ, al- dieser vonElba in Frankreich einfiel, erklärte er für ungerecht, besondersweil sie ihm einen Meuchelmord zu billigen schien. Eben so ta-delte er den Krieg gegen Fronkreichtz Beherrscher im Z. 1815 ajs«npoiittfch, und mißbilligte durchaus jeden Versuch, die Bour-bons mit Gewalt wieder einzusetzen «der den Franzosen eine Re-gierung vorzuschreiben. Indeß gab er, ohne jedoch von jenenGrundsätzen abzuweichen, mit vollem Herzen seine Stimme zuErrichtung eines Denkmals der Nationaldankbarkei't für den Sie-ger von Waterloo. Bei dieser tiefeindringenden Theilnahme anallen Parlamentsverhandlungen, bei der vielfachen Aufsicht aufseine Brauerei, auf seine Landgüter und kein großes Hauswesen,das allein einen Mann von herkulischer Thätigkeit crfoderte, ent-schloß er sich in einer unglücklichen Stunke, nech die höchst ver-worrenen Angelegenheiten des Drurylane-Theaters zu besorgen.Es gelang ihm, die verwickellsten Rechnungen in Ordnung zubringen, alle Theile auszugleichen, und den prächtigen Aufbaudes rituell Schauspielhauses im I. 1812 zu Stande zu bringen.Allein so viel anstrengende Arbeit erschöpfte seine Gesundheit.Seine Gestalt verfiel, sein Muth sank; er fühlte sich laß undschläfrig» dabei reizbar, und glaubte zuletzt sich von der öfftntlr-