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«78 Whit,field Wiclef

In Irland, aber bis jetzt find alle diese Unruhen noch stets glücklich,wenn auch nicht ohne Anstrengung und eine gewisse Härte, unter-drückt worden. (S. d. Art. Irland.)

Whitefield (George), geb. zuGloucester 1714, zeigte früh»zeitig bei jugendlichen Ausschweifungen große Talente. Nach ein-ander Schüler, Kellner im Gasthofe seines Vaters und Studentin Oxford gerieth er hier in die Gemeinschaft der Methodistenund wurde durch seine außerordentliche Predigergabe das eifrigsteund einflußreichste Werkzeug dieser Secte. Tausende drängten sichin den Kirchen und, als diese ihm verschlossen waren, im freienFeld um ihn zusammen. Er predigte auf den Tummelplätzen deslondn'er Pöbels, auf Tische oder Mauern gestellt, mit einer Wir-kung, dre der Bezauderung glich. Auf Bleakhcath bei London hatteer einst an 50.000 Zuhörer und das Gingen wurde zwei englischeMeilen weit gehört. Er ergriff die Herzen, eben nicht weil,seineVortrüge besonders kunst- und gedankenreich gewesen wären, —er hielt sie alle aus dem Stegreife — sondern wegen der Kraftund Fülle seiner Bilder und der wirklich furchtbaren Gewalt seinerStimme. In Nordamerika erwarb er bei sieben Missionsreisen neueAnhänger und selbst auf den Schiffen, die ihn hinüber und her»über trugen, wurde die Mannschaft durch seinen Feuereifer bekehrt.Besonderes Verdienst erwarb er sich durch die Sorge für Errichtungneuer Schulanstalten und Waisenhäuser in Schottland und England;sein Hauptaugenmerk war aber das nach Franke's Beispiel 174avon ihm gegründete und durch Beiträge seiner Anhänger erhaltenegroße Waisenhaus bei Savannah in Georgien. Bei seinem Tode1770 hinterließ er die Sorge für diese Anstalt der Gräfin Hui»dington, seiner treusten Ginnerin, die ihn zu ihrem Kapellan er>nannt und kräftig unterstützt hatte. Die 7 Bände seiner Schrif-ten enthalten seine Lebensgeschichte und Predigten. Über leint1741 erfolgte Trennung vsn Wesley und die nach ihm benannte»Whitefteldian er, vergl. den Art. Methodisten. L.

Wiclef oder Wicliff (Johann), ein gelehrter religiöser undwahrheitliebender englischer Theolog des x4ten Jahrhunderts, undeiner von Luther» Vorgängern, war zu Wicliffe in der GrafschaftUork um 1^24 geboren, studirte zu Oxford Theologie und Philo-sophie, und erhielt in beiden Facultäten die Doctorwürde- Erwurde zuerst auf die unerlaubten Mittel aufmerksam, deren sichdie Geistlichen bedienten, um zu Ämtern zu gelangen, und tratwider sie 1356 als Schriftsteller auf, vertheidigte auch bald dar-auf die Rechte der Universität zu Oxford gegen die Anmaßungender Bettelmönche, die immer mehr die akademischen Stellen an sichzu ziehen suchten. Je mehr er sich dadurch bei der Universitätbeliebt machte, um desto mehr suchte man ihn zu befördern; undso erhielt er, nachdem er bereits verschiedene Ämter bekleidet hatte, ,1365 die Stelle eines Vorstehers bei dem Kollegium zu Canterbury.Daß ein solcher Mann den Mönchen äußerst verhaßt war, bedarfkeine» Beweises, da er ihren Anmaßungen, die damals in Englandaufs höchste gestiegen waren, sich so freimüthig widersetzte. Siebewirkten daher bei dem Papste seine Absetzung. Allein nun tratW'clef gegen den Papst selbst auf. Kövig Eduard 117 . von Eng-land hatte nämlich im I, 1365 den Peterspfennig eingezogen,und dadurch den Papst einer großen Einnahme beraubt, in derenBesitz er sich zu behaupten suchte. Man hatte Wiclef durch sein»