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Zenhter Band. To bis Z.]
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S96 Wien

Burgund, enthält. Außer der Burg nennen wir die kaiserliche Reit-schule. nach derMeinung der Kenner das schönste Gebäude dieser Art inEuropa. In einem Theile der Burg ist das kaiserliche Naturalien-cabinet, eines der vollständigsten, ferner das Cabinet der An-tiken, mit welchem die Sammlung geschnittner Steine und anti.ker Medaillen verbunden ist, und die von dem jetzt regierende»Kaiser fast neu geschaffne Sammlung moderner Münze» und Me-daillen. Der große Numismatiker Eckhel w >r einst Borst her die-ser beiden letzter» sehr ausgezeichneten Sammlungen. In einembesondern, an die kaiserliche Burg angebauten prächtigen Gebäudeist die kaiserliche Hofbibliothek, die Maximilian I. zu sammeln an-fing, und die unter die vorzüglichsten gehört. Sie enthält überzoo ooo Bände und eine zahlreiche Sammlung von Manulcriptenund Werken aus den ersten Zeiten der Buchdruckerkunst. Der be-kannte Dichter Denis, der erster Custos dieser Bibliothek wie, hat»ine Beschreibung derselben herausgegeben. Die Bibliothek ist angewissen Tagen zum öffentlichen Gebrauch aewidmet. Außer derBibliothek und dem Naturaliencabinet, welches die hiesige Univer-firät besitzt, gibt es noch viele ansehnliche Bibliotheken und Ratu-raliensammlungen vornehmer und reicher Personen. Die ganz vor-zügliche kaiserliche Gemähtdesammlung, welche Joseph II. 17/7 imBelvedere crnrichten ließ, enthält gegen 1400 Gemählde, unter de-nen viele ausgezeichnete Meisterwerke sind. Unter den vershiednenhöher» Bildungsanstalten, welche unter der kaiserl. kdnigl. Stu-bienhofcommission stehen, hat die iz6g gestiftete und 1756 durchden berühmten kaiserlichen Leibarzt van Swieten ncuorganisirteUniversität den ersten Rang. Sie besteht aus den gewöhnlichenvier Fakultäten, hat einen sehr beträchtlichen Fond und überdiesgegen 50 von Privatleuten errichtete Stiftungen, aus welchen mehrals 200 Studirende unterstützt werden. Die Zahl der Studiren-den beträgt ungefähr 1000. Die andern Unterrichlsanstalten sind:drei Gymnasien, die medicinisch-chirurgische Josephsakademke, welch«auch auswärtige Ehren- und correspondirende Mitglieder hat, dieAkademie der vereinigten bildenden Künste, nämlich der Mahler,Bildhauer, Kupferstecher und der Mosaik, die Theresianische Rit-terakademie, die Akademie der morgenländischen Sprachen, da-seit r8i6 errichtete polytechnische Institut, in welchem Mathematik,Physik, Chemie, Technologie und Mechanik gelehrt werden und mitwelchem auch die Rcalakademie vereinigt worden ist, die Forstlehr-anstalt, das Thierarzneiinst^tut, die Normalhauptschule und viel«andre Schulen; man hat auch angefangen, Militärschulen ngchder Lancasterschen Methode einzurichten. Der Wohlthätigkeitsan-stalten gibt es in Wien sehr viele. Dahin gehört vorzüglich dasgroße und weitläuftige, vom Kaiser Joseph II. im I. 1784 errich-tete allgemeine Krankenhaus oder Universalspital. Die Anlage istauf 2000 Betten eingerichtet, und es werden bisweilen 14 bis ig,000Kranke in einem Jahre darein aufgenommen. Auchgibtes einvonJo-seph II. 1784 errichtetes Taubstummeninstitut und eine später errichtet« ^Blindenanstalt. Wien ist der Mittelpunkt des österreichischen Han-dels. Ungefähr 100 Groshändler treiben einen sehr bekrächt- !lichen Activhandel mit inländischen Erzeugnissen in die übrigenösterreichische» Provinzen nach Italien und der Türkei, Rußland,Bayern und Schlesien. Aus dem Auslande werden nur einige roheProdukte eingeführt, Fabriken und Manufakturen, die erst