Wilhelm I. 6or
mooker Heide 1575. Sie waren unverheirathet. Bon dem jüngstenBruder, Johann (st. rüoü), Grafen zu Dillenburg, stammt dasjetzige königlich niederländische Haus ab. Wilhelm 5 . war ver-mahlt 1. mitAnna von Buren; 2. mit Anna von Sachsen,der Tochter des Churfürsten Moritz, von welcher Moritz seinSohn, als Statthalter 1625 starb; 3. mitCaroline vvnMont-xensier; 4. mit Ludovika von Collgny, der Tochter desAdmirals Coiigny, von welcher Friedrich Heinrich, seinSohn, als Statthalter 1647 starb, dessen Enkel Wilhelm lll.König von England war. Von Wilhelms fiel»» Schwestern» halteijne, die Gräfin von Schwarzbura, ihrem Bruder so lieb, daß siefast immer um ihn war. Wilhelm wurde in der römischen Kircheerzogen, von Maria, Königin von Ungarn, Carls V. Schwester;hierauf befand er sich neun Jahre lang als Kammerjunker stet»um den Kaiser, der den Geist, die Klugheit und die Bescheidenheitdes Prinzen so achtete, daß er ihn über die wichtigsten Dinge umseine Meinung fragte, und ihm, ungeachtet er erst 22 Jahre altwar, in Abwesenheit d«s HerzvgS Philibcrt von Savoyen denOberbefehl in den Niederlanden »vertrug. Auch empfahl er ihnnachdrücklich an seinen Nachfolger Philipp U., der jedock, durchdie Verleumdungen, mir welchem ihn die eifersüchtigen Spanierdes Prinzen Treue verdächtig machten, getäuicht, ihn alß die Ur-sache der Widersetzlichkeit der Niederländer ansah, und ihm daherdie bei seinen Vorfahren gewesene Oberstaitnalterwürde nicht er-theilte. Da nun der Cardinal Granvella das ganze Vertrauendes König« besaß, und die Statthallerin in den Niederlanden,Margaretha von Parma, diesem stolzen und herrschsüchtigenPrälaten in allen Stücken folge» mußte, besonders was die Ein-führung der verhaßten spanischen Inquisition und die Errichtungneuer Bisthümer betraf, so stellten der Grat von Egmont, derPrinz von Oranien und der Graf von Hoorne dem König schrift-lich vor, daß, wenn er nicht den Eardinal bald zurückriefe, dieserdurch sein gewaltsames Verfahren das Land in Aufcu >.r bringenwürde. Philipp sah diesen Schritt als ein Majestätsverbreche«an; doch verbarg er seinen Zorn und rief den Cardinal ab, schickteaber dafür den Herzog von Alba mit spanischen und italienischenSoldaten in die Reederland«. Wilhelm erkannte sogleich, wohindies ziele, und bat die Statthalter!», den König zu «tssuchen, ihmdie Stattyalterstelle in Seeland, Utrecht und Hollani» (welche erals Erbe ieines Vetters, des Prinzen Renatus von Oreinien, besaß)abzunehmen; aber Margarktha schlug dies ab, und verlangte vonihm, er mochte seinen Bruder Ludwig von sich entfernen, und ei-ne» neuen Eid der Treue ablegen. Beides weigerte sich Wilhelmzu ihuu, indem er vorstellt«, daß Ludwig kein Feind der Lffentlt»che» Ruhe sey, wie die Fürstin glaube, er selbst aber bereits demKdrirg geschworen habe. Zu gleicher Zeit wandte er sich nebst demGrafen Egmont an den König Philipp mit der Bitte um Reli-gionsduldung für die Niederlande. Als hierauf die Vorstellung,welche zvo Edelleute, den Grafen Ludwig von Nassau an derSpitze, im I. 1566 gegen die Einführung der Inquisition und dieAnstellung neuer Bischöfe der Statthalterin Übergaben, verächtlichzurückgewiesen wurde, — man nannte die Bittenden Bettler,Geusen — so veranstaltete Wilhelm eine Zusammenkunft mitEgmont, Hosrne, seinem Bruder Ludwig u. L. zu Dendermonde,