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Wilhelmsstein

Wilkes

n.

Personen bar'« Raum haben; in derselben ist eine Thüre ange-bracht, deren Öffnung theils die außerdem hier herrschende finstereNacht in eine Dämmerung verwandelt, theils dazu dient, die un-beschränkteste und herrlichste Aussicht sogar bis zum Znselberg beiGothr und bis zum Brocken hin zu gewähren. kikVl.

Wilhelmsstein, eine Festung im stcinhuder Meere (s. d.Art.) im Fürstenthum Lippe-Gchauenburg. Graf Wilhelm zuLippe-Bückeburg, portugiesischer und braunschweiqischer Gensral-feldmarechall, einer der untcrrichtetsten Generale seiner Zeit, legtefie in den Zähren 1761 bis 1765 auf einem durch Kunst gebildetenBoden an. Er wollte dadurch seine Untersuchungen und neuen Er-findungen in der Kriegskunst zum Nutzen der daselbst von ihm er-richteten Militärakademie anschaulich machen. Es ist bei Er-bauung der Festung auf alles Rücksicht genommen werden; inKriegszeiten kann sie zu einem sichern Zufluchtsorte dienen, weilder Angriff sehr schwierig, ja fast unmöglich ist. Als im 1 . 1787der Landgraf v»n Heffcncaffel die ganze Grafschaft tumustuarischin Besitz nahm, konnte der Commandant vom Wilbelmstein aufkeine Art zur Übergabe gebrockt werden. Die Festung brauchtnicht mehr als 400 Mann zur Besatzung. Gegenwärtig dient flezugleich zur Aufbewahrung von Gefangenen.

Wilkes (John), Parlamentsglied, dann Lordmayor und zu-letzt Schatzmeister der Stadt London, ein Mann, der zu seinerZeit auch im Auslande großes Aufsehen erregte, von der Volks-partei als Verfechter der englischen Freiheit vergöttert, von denMinistern auf- heftigste verfolgt wurde, und durch sein Beispielauch auf das gegenwärtige Zeitalter, das jenem ähnliche Austrittehervorbrachte, fortdauernd gewirkt hat. Wickel- war der Sohneines sehr reichen Branntweinbrenners zu London, und am ij-tenOktober 1727 geboren. Der feurige, talentvolle Knabe wurdeden Wissenschaften gewidmet. Nachdem er den ersten Unterricht inseinem Vaterlande erhalten hotte, ging er nach Lcyden, um dadie Rechte zu siudiren, und machte dann eine Reife durch Hollandund Deutschland. Nach seiner Zurückkunft in England wurde eri?st7 von der Stadt Ailesbury als Repräsentant im Unterhaus« ge-wählt. Er zeichnete sich weniger durch rednerisches Talent, alsvielmehr durch seine witzige und anziehende Schreibart aus. Ergab ein politisches Wochenblatt: rire Rorefl Briron, heraus, dasgegen die Minister gerichtet war, und begierig gelesen wurde. Ineinem dieser Blätter (Nr. 45) hatte er die Rede, mit welcher derKönig das Parlament nach dem (176z) zu Paris geschlossenen Frie-den— der alle englischen Zeitungs- und Pamphletsschreiber be-schäftigte — eröffnete, stark angegriffen, und «ine» gewissen Aus-druck in derselben für eine Lüge erklärt. WilkeS wurde auf Be-fehl der Minister in den Kower gefangen gesetzt , mußte aber:, da« sich auf die HabeaScorpuLacte (f. d. Art.) berufte, bald wiederin Freiheit gesetzt werden. Die Volkspartek triumphiere laut überdiesen Sieg. Es entstanden nun im Parlamente heftige Debattenüber die Preßfreihcit, deren Resultat war, daß beide Häuser denBeschluß faßten, daß die Nummer 4g des LCorrA klriron durchden Scharfrichter öffentlich verbrannt werden sollte. Dieses Urtheilwurde nicht ebne Volksunruben vollzogen. Zm Unlerhause wurdehierauf «in förmlicher Prozeß gegen Wilkes eingeleitet, und mit«in« großen Stimmenmehrheit seine Ausstoßung aus dem Parla-