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Wille Williams 62 l

dienen. Willamsv's spätere Berhältniffe waren so unerfreulich,daß sie den Sänger ganz verstummen machten. Nachdem er in; Thorn als Professor zwar arm aber ruhig gelebt, und durch seineSanfkmuth sich die Liebe aller seiner Schüler erworben hatte,wurde er 1767 nach Rüschkngs Abgang als Dtrector der dcutjchenSchulen nach Perersburg gerufen. Mangel an ökonomischen Ein-sichten verwickelte ihn hier in die unangenehmsten Berhältniffe, erbrachte das Institut in Schulden und nahm 1776 seine Entlassung.

, Er wurde zwar als Lehrer an einem Mädcheninstitut angestellt,allein mit so geringem Gehalte, daß er sich kaum anständig genugkleiden konnte, um in Gesellschaft zu erscheinen. Ei» unangeneh-mer Borfall, der ihn im Mai 1777 traf, machte auf sein Gemüthso tiefen Eindruck, daß er erkrankte und im 4lsten Jahre seine«Alters starb. In Petersburg hatte er wenig mehr geschrieben;doch vermuthen einige, die dort 1777 unter dem Titel Spazier-gänge erschienene Wochenschrift sey von ihm.

Wille (Johann Georg), berühmter Kupferstecher in Pari«,der viele der ausgezeichnetsten Schüler gebildet hat. Er war 1717in Großenlinden bei Gießen geboren, lernte erst dort das Büch-senmacherhandwerk, ging dann nach Straßburg und endlich 1736nach Paris, wo er eine Zeit lang bei Büchsenschmiedcn und Uhr-machern arbeitete, und sich sodann allein auf das Kupserstechenlegte. Bald vervollkommnete er sich in dieser Kunst, lie^.rte diei vortrefflichsten Werke, und ward in kurzem ein berühmter Mei-ster. Im I. 1761 ward er Mitglied der pariser Akademie undin der Folge des Instituts. Napoleon gab ihm das Kreuz derr Ehrenlegion. Er starb 1808. Er zeichnete sich vorzüglich durchdie sanft graduirte H lltung seiner Töne und die Festigkeit undZierlichkeit seines Grabstichels in Stoffen und Gewändern, beson-der« im Atlas aus.

Williams (Helen Maria), eine englische Schriftstellerin, be-kannt durch ihren Aufenthalt in Frankreich während der Revolutionund durch eine gewisse Borliebe für Napoleon. Schon in ihremisjten Jahre, wo sie in London unter dem Schutze der O. KipptSlebte trat sie, durch diesen aufgemuntert, als Dichterin auf, undzeichnete sich im Fache der Erzählung aus. Der Ertrag von s Bänd.chen Gedichte (178Ü) setzte sie in den Stand, Frankreich 1788 zubesuchen, wo sie seit 1791 sich fortwährend aufhielt. Unter Ro-bespierre'S Schreckensregierung ward sie in den Tempel gesperrt,kam aber nach dem Sturze des Tyrann,» in Freiheit, und machtesich jetzt, von ihrem Freunde, dem bekannten l>. Stone, unter-stützt, auch als politische Schriftstellerin bekannt. Allein es warauffallend, daß sie, eine eifrige Republikanerin, eine Lobrednerinvon dem Zwangherrscher Frankreichs werden konnte, dessen Bewun-, derung für Ossian sie für ihn einnahm. Vorzüglich entehrte siesich selbst durch die gefühllosen Bemerkungen und die verleumderi-schen Zusähe, mit welchen sie die Herausgabe der KorrespondenzLudwigs XVI. begleitete (Ludwigs XVI. poltt. u. vertrauter Brief-wechsel, mit Lnmerk., z Bde i7Üg). Indeß zog sie sich die Un-gnade Napoleons durch eine Ode auf den Frieden von Amiens zu,in der sie seiner mit keinem Worte gedacht, sondern, was ihn nochmehr erzürnte, von ihrer geliebten vaterländischen -Insel gerühmthatte, daß ihr die Meere gehorchten. Der Polizeipräfcct nahmsi« deßhalb in Verhaft, und untersucht« ihre Papiere; doch ward