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Winckelmann 627

Ntn und zu verzeichnen. Dieses Ber-ekchniß, das er im nächstenJahre ausarbeitete, erschien zu Florenz unter dem Titel: vssciix.rlon cies kieires ßravec» ä„ ken Bsio» äs Srosct:. Um dieseZeit bot der Cardinal Llbani ihm seine Dienste als Bibliothekarund Aufseher über seine Alterthümer an, mit freier Wohnung undi->o Scudi Jahrgehalt; mancherlei Rücksichten bewogen Winckel-mann, dies Änerbiet-n (im Julius 1759) anzunehmen. Er hatteseine Geschichte der Kunst zwar angefangen, fand aber bei seinemschnellen Fortschreiten den ersten Entwurf bald zu dürftig und be-schloß, ihn völlig umzuarbeiten. Im Sommer 176« endigte erdie Anmerkungen über die Baukunst der Alten, die zwei Jahr spä-ter in Deutschland erschienen. Berschiedne Amräge wurden ihmgemacht, aber von ihm abgelehnt; der Aufenthalt in Rom wardihm immer lieber und er dachte daran, für immer dort zu bleiben.Da der Cardinal Albani Bibliothekar der Vaticana geworden war,so hatte er Hoffnung auf die erste erledigte Stelle an derselben,mithin auf eine lebenslängliche Versorgung. Schon früher warein angeblich altes Gemählde, Jupiter und Ganymed, in Rom zumVorschein gekommen und von Winckelmann in seinen ^Briefen alseins der schönsten Alterthümer gepriesen worden, obgleich viele cSfür ein Werk von Mengs hielten; zu einem noch schlimmern Irr-thum verleitete ihn jetzt Casanova, der eigens um der Kennerschaftseines Freundes einen Streich zu spielen, zwei Gemählde verfertigthatte, die Winckelmann für echt nahm und sogar in seiner Ge-schichte der Kunst beschrieb. Erst nach dem Drück derselben ent-deckte er den Betrug. Im. I. 1762 besuchte Winckelmann in Ge-sellschaft des Grafen Brühl abermals Neapel und dessen merkwür-dige Umgebungen und übergab seine daselbst gemachten Entdeckun-gen und Bemerkungen bald darauf dem Hublicum in dem Send-schreiben an den Grafen von Brühl über die hercu»lanisch en Entdeckungen. Der Plan einer Schrift zur Er-läuterung schwerer Punkte in der Mythologie und den Alterthü-mern erweiterte sich ihm unter den Händen zu einem größcrn Werkemit vielen Kupfern, das fünf Jahre später, unter dem Titel IVlo-Nllriieiiti sneiciii ineäiri, in italienischer Sprache ans Licht trat.Auch legte er, da die Geschichte der Kunst in der Handschrift voll-endet war, die Hand an die langst beschlossene Schrift über dieAllegorie, welche aber erst 1766 erschien. Im I. 176z gab ereine andre kleine Schrift, über die Empfindungdes Schö-nen, heraus. Ähnliche Mittheilungen an seine Freunde über Ge-genstände der Kunst sollten folgen. Aber dieser wie mancher an-dere Vorsatz blieb unausgeführt. In demselben Jahr« erhielt erendlich die Stelle eines OberausscherS aller Alterthümer.in und umRom mit einem monatlichen Einkommen von 12—ig Scudi, undzugleich ein jährliche- Wartegeld von der vaticanischm Bibliothek,bis ein Scrittorat an derselben ledig würde. Dadurch wurde seineLage in Rom gesichert, und als im nächsten Jahre auch die Unter-handlungen mit Friedrich II. wegen einer Anstellung in Berlin sitzzerschlagen hatten, beschloß er um so mehr, für immer dort zubleiben. Im Anfange des I. 1764 erschien endlich zu Dresdenseine Geschichte der Kunst. In demselben Frühling machte ermit Volkmann und Heinrich Füßly eine dritte Reise nach Neapel,deren Resultate er in einer besondern Schrift: Nachrichten vonden neuesten hercnlanischen Entdeckungen, heraus-'

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