Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
Seite
678
JPEG-Download
 

6?8

Würtemberg

aus Urkunde» sieht, fand rn auch durch Krieg und Eroberung;achtmal, sagt eine alte Cbronik, kam er triumphirend aus demFeld, und nie ward er geschlagen. Er ist der eigentliche Grün-der und Ahnherr der Größe des würtembrraischen Hauses, undvorzüglich in dieser Hinsicht ist der Beiname des Stifters, welchener ebenfalls, »der aus anderm Grund, in der Geschichte führt,hei ihm höchst bedeutsam. Sein Sohn und Nachfolger, GrafEberhard -er Erlauchte selbst, erkennt ihn dafür an, ihmnoch gab er seinen Söhnen und Enkeln den Namen Ulrich; Männerwie er kolkten sie werden, und wenn er und seine Söhne sichihre Besitzungen, Rechte und Fribeiten von den Kaisern b-stätt-gen lassen, wollen sie die^lb-n so, wie Gras Ulrich mit dem Dau-men sie besess n habe. MU dem Satz von Familienzut, welchener gestiftet und hinterlassen halte, wucherte eben dieser Eberhardlänger denn 50Jahre mit nie r-stender, wunderbarer Anstrengung-es Leibes und der Seele, unss auch er hinterließ nach einmal soviel an Lmd und Leuten und Einkünften, als er von seinem Va-ter ererbt hatte. Keck und vebne Nachtheil bestän er ernsthafteFehden mit den Kaisern Rnbolph von Habsburg, Adolph von Nas-sau, Albrecht von Österreich; so mächtig und begütert war erschon zur Zeit der Ermordung des Letzter», daß man Ansprücheauf den Thron der deutschen Könige von ihm - erwartete. AlleinHeinrich von Lurewburg wurde gewählt, un> Eberhard, welchersich jetzt vorzüglich widerspenstig bezeigte, von ihm in die Acht ge-than, von seinen Feinden, deren er eine Menge hatte, allerOrten angegriffen, von seinen Unterthanen verlassen, all seinerBurgen und Städte, seines ganzen Landes so durchaus beraubt, daß»r bei dem Markgrafen von Baden einen Ort der Zuflucht sich su-chen mußte. Damals wäre es wohl um den so schön ausblühendenNamen Würtcmberg auf einmal geschehen gewesen, wenn nichtHeinrich VII. unvermuthet schnell sein Grab in Italien gefundenhätte. Run erhob sich der niedergedrückte Eberhard eilig wieder,das Verlorne ward zurückgenommen, um mehrere Städte, ummanches Dorf und manche Burg sein wieder errungenes Besitz-thuin bis gegen Ende seines Lebens durch Ankauf noch von ihm er-weitert. Äächtiger, reicher, angesehener als zuvor, ftgt ver-wundernd ein Ehronikschreiber, stand der verarmte Graf von sei-nem Fall auf. Er verlegte das Stift Beutelspach, wo das Ve-gräbniß seiner Familie war, deren Grabesruhe der lttzteKrieg mitbarbarischer Wuth gestört hatte, von da nach Stuttgart; er'selbst mit seiner F'milie w-ilte, da auch Burg Würtemberg, ihre .bisherige Wohnung, in Schutt und Asche lag, seit dieser Zeit ^meistens in Stuttgart, und so fing diese Stadt an, dieHauptstadt des würtembcrgjschen Gebiets zu werden Ein solcherGeist des Ländererwerbens beseelte die Familie, daß Ulrich, Eber-hards Sobn noch bei Lebzeiten seines Vaters jene Herrschaften im -Elsaß erkaufte, welche bis in unsere Tage wärtembergisch geblie- >den. und erst durch oje französische Revolution dem Hause verlorengegangen sind. Denn während der ig Jahre, die er nach demTode seines Vaters regierte, wurden von ihm über 81,000 fl. aufGüicrkouf verwendet, und durch die bedeut ndften Erwerbungendie würtembergische Ländermaffe vergrößert. Darunter ist Tübingen,bis jetzt die zweite Stadt Würtembergs, das ihm nicht höher alsso,000 Pfund Heller zu stehen kam. Den gleichen Zweck im Auge,