Noch Graf von Wattenburg.. 711
tige Rücksichten beengt war, scheinbar gemißbilligt, aber nur zubald durch die Stellung, die der Staat annahm, auf das Glän-zendste gerechtfertigt. Der General hat durch diesen fürwahr nichtleichten Entschluß eben sv sehr seine Umsicht und Charakterstärkebeurkundet, als zu dem großen Bcfreiungswerke wesentlich beige-tragen und zu den nachyerigen Ereignissen kühn die Bahn gebro-chen; denn ohne diesen würden die Russen schwerlich ihre Gränzenüberschritten, wenigstens bald wiedergesehen haben. Nachdem dasgeschmolzene Corps tn Preußen wieder möglichst completirt undausgerüstet worden, führte es der General an die Elbe, wo eSzuerst bei Danigkow (5. Apr. 1813) gegen die aus Magdeburg vor-gedrungne Armee de« Vicekönigs von Italien siegreich focht. Dar-auf theilte es in den Schlachten von Grvßgörschen und Bautzendie rühmlichen Anstrengungen des verbündeten Heeres und kämpfteam Lage vor letztrer Schlacht (19. Mai) bei Weissig mit ruhm-würdiger Ausdauer gegen das überlegne fünfte französische Armee-korps unter Srbastiani. Während des Waffenstillstandes beträcht-lich verstärkt und als erstes Corps der preußischen Armee dem schle-siich-n Heere unter dem General Blücher zugetheilt, nahm es ent-sch-sdnen Antheil an dem Siege an der Katzbach (sü. Aug.). DerGeneral erfocht darauf, als völlig selbstständig zu betrachten , denSieg über Bertrand bei Wartenburg (z. Oct. s. d. Art.), in des-sen Folge das schleiche Heer seine Operationen auf das linke Elb-user übertrug. Es ist bekannt, daß er von dieser glänzendenWaffenthat den Ehrennamen Graf Bork von Wartenburg führt.Eben 'o selbstständig ist sein Verdienst ikl der Schlacht bei Leipzig,da bei dem am iS. bei Möckern über Marmont erkämpften Siegedes schlesischcn Heers sein Corps ausschließlich den wichtigen hart-näckig vertheidigten Punkt Möckern eroberte. Eine genauere Schil-derung dieses mörderischen Gefechts würde hier zu weit führen; weraber den Gang desselben gknau kennt, wird sich sagen, daß nurein« so unerschütterliche Festigkeit, wie sie den General von Uor^auszeichnet, den Sieg fesseln konnte. Am 18- vom Schlachtfeldsabmarschirt,, drängte er schon wieder am 20. die fliehenden Feindebei ihrem Übergänge über die Unstrut bei Freiburg. Als die ver-bündeten Heere darauf siegreich in Frankreich eingedrungen waren,fand der General zuerst wieder bei Montmirail (d. n. Febr. 1314)Gelegenheit, seinen Feldherrnberuf aufs neue und um so sichrer zubeurkunden, da es hier die Rettung eines Verbündeten galt. DerGeneral Sacken hatte sich zu voreilig in ein Gefecht mitBuonaparteeingelassen, das allgemach seine völlige Niederlage herbeiführte, alsder General B°rk auf dem Schlachtfeld« erschien und durch seine! Anordnungen das Gefecht, wiewohl mit eignem großen Verluste,in so weit wieder herstellte, daP Sacken wenigstens vom gänzliche»Untergänge gerettet ward. Ein nicht geringeres Verdienst erwarber sich in der Schlacht bet Laon (9. März). Dann in Gemeinschaftmit dem Genera! von Kleist unternahm er den — nicht angeordne-> ten, sondern bloß genehmigten — nächtlichen Angriff auf den fran-zösischen rechten Flügel, der die Zerstreuung der Corps von Mar-mont und Arrlghi zur Folge hatte, der Schlacht erst einen entschei-denden Charakter gab (es wäre ohnedem bloß ein parirter Stoßgewesen) und unter andern Umständen die Vernichtung Buonapar-kt'i herbeigeführt haben würde. Wen» dies auch bisher noch nicht