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zur Theologie hatte, so gab er die Jurisprudenz auf, Irat in dengeistlichen Stand und wurde 1728 Kapellan des Königs Georg II.Zwei Jahre später erhielt er eine sehr einträgliche Pfarrstelle undverheirathete sich. Der Tod seiner Gattin und ihrer Leiden Kin-der erster Ehe, die (1741) bald nach «inander starben, versetzteihn in eine wehmüthige Strmmung und gab Veranlassung zu sei-nem berühmten Gedicht«, Rachtgedanken, das mit großemBeifall in England aufgenommen wurde. Durch Eberts meister-hafte Übersetzung wurde das Gedicht auch in Deutschland bekannt,und weckte ein Heer von Nachahmern, die in steifer poetische»!Prosa schwülstige Gedanken zu Tage förderten, Die Periode, d«Uoung« schwermüthigc Poesien in Deutschland Lieblingsleclüre waren,ging der überspannten Werthcrschen und der empsindelnden Gieg-wartischen voran. Außer jenen Gedichten schrieb Uoung: Sati-re» auf die Ruhmbegierde, und den Centaur oder überdas Modeleben, nebst einigen kleinern Aufsätzen und Gedichten.Die erster» sind ebenfalls von Ebert mit den Rachtgedanken zu-gleich übersetzt worden, unter dem Titel: Dr. E. Uoungs Krage«oder Rachtgedanken überstehen, Tod und Unsterblichkeit, in yBüchern,nebst dessen Satiren auf die Ruhmbegierde, übersetzt von I. A:Ebert. Braunlchweig, 1760—71, 5 Bde. — Uoung starb in seinerPfarrei zu Wetwyn am is. Apr. 1769. Er war ein Mann vvn Ta-lent, wahrer Religiosität und liebenswürdigen Sitten. Sein gan-zes Wesen war zum Feierlichen gestimmt und alle sein« Handlun-gen hatten diesen Anstrich. Über seinen Werth als Dichter maghier folgende» strenge, aber ziemlich richtige Urtheil eines engli-schen Kunstrichters stehen. „Die Natur hatte Uoung eine reicheFülle eines lebhaften und originellen Geistes gegeben. Er war! vielseitig und unerschöpflich an Hülfsmitteln, Aber diese Vorzüge
' wurden durch entgegengesetzte Fehler gemindert. Beispiele von
§ Mangel an richtiger Beurtheilung und von einem fehlerhaften Ge-schmack finden sich nicht selten bei ihm. Oft spinnt er einen star-i ken und glänzenden Gedanken mit ermüdender bis ins Kleinliche
! gehenden Weitläustigkeit bis zum äußersten Ende aiK; erscheint
! den ganzen Umfang seines Gemüths haben zeigen zu wollen, um! ganz entfernte Bilder und Gedanken zu vereinigen, die nur durchdie größte Mühe mit einander verbunden werben konnten. Sein«glühende Einbildungskraft durchbricht die Schranken der Kritik,
^ und er verliert sich bisweilen in Schwulst, gerade wenn er glaubt,recht erhaben zu seyn." — Von dem Dichter Uoung ist der alsstatistischer Schriftsteller und Verfasser einer Reife durch Englandund WaleS (1771 ff.) bekannte Arthur Uoung-zu unterschei-den.
Ufenburg, s. Jsenburg.
Uverdun (Jverdon, Jfferten), eine sehr industriift Stadtdes Schweizercantons Waadt, in einer angenehmen Luge am yeuf-chateler See, in welche sich hier der Fluß Orbe ergießt. Siehat 2500 Einwohner, welche zum Theil in verschiedenen Leinwand-,Sitz- und Catlunfabrik^n beschäftiget sind, vorzüglich aber einensehr bedeutenden Lranfitohandel zwischen Frankreich, Deutschlandund einem Theil der Schweiz treiben, welcher durch die Vortheil-hafte Lage her Stadt, wozu auch der hiesige Hafen gehört, sehrbegünstiget wird. Zum Behuf des Handels sind zwei groß- Kauf.oder Riederlagshäuser vorhanden. E» gibt hier ein gutes Gymna-