724 Zappi Zauberlaterne
Zappi (Giovanni Battista Felice), geboren zu Jmoka im I. /
1667, gehört zu den besten italienischen Dichtern seine« Zeitalter«. j
Nachdem er zu Bologna die Rechte studirt und darin so schnelle >
Fortschritte gemacht hatte, daß ihm schon in seinem dreizehnten z
Jahre die Doktorwürde ertheilt worden, begab er sich nach Rom, ,wo er bald nicht bloß als Rechtsgelehrter, sonderrr-guch als Dich-ter glänzte. Er war einer der Stifter der Akademie der Arcadier, i
in welcher er den Name» Lirsi Leucasio annahm und der er zur 1besondern Zierde gereicht«. Ein phantastisch-graziöser Charakter . ,
zeichnet alle seine Poesien au«; nur zuweilen dürfte ihn der Vor- ^ 1
wucf de« Gesuchten und Gekünstelten treffen. Seine Talente hat- ften ihm d-e.Gunst Clemens XI. erworben, der ihm zu ansehnlichen cPfründen Hoffnung gsmacht hatte. Ader noch ehe er zu ihrem iBesitz gelangt war, starb Zappi im I. 1719. Seine Gattin, Fau- ^ r
stina Maratti, die Tochter de« berühmten römischen Mahler« Ca- !
votiere Carls Mrratti, war nicht nur durch Schönheit, sondern n
ebenfalls durch Dichtertalenl ausgezeichnet. Sie hatte in der Ar- dcsdia den Namen Tglauro Eidonia. g
Zar«kose Eelü (eigentlich SarSksje Selö, b. i. Sara'« zDorf, von dem Taufnamen einer ehemaligen Besitzerin, als der xOrt noch ein bloßes Dorf war), ein kaiserliches Lustschloß, 25 dWerste oder Zj deutsche Meile südlich von Petersburg entfernt, x
von wo aus eine Chauffse durch sehr einförmige Gegenden führt. x
Eatharina I. legte hier ein Lustschloß an, das Elisabeth (1744) n
vergrößerte und verschönerte, und dem Eatharina II., deren Lieb- st
lingSaafcnthalt es war, mit großem Kostenaufwande seine derma-kige Pracht und herrlichen Anlagen verschaffte. Da« große drei , öjStockwerke hohe Schloß ist inwendig und auswendig prächtig ver- dl
ziert, selbst die äußern Gesimse und architektonischen Verzierungen u,
find vergoldet; doch ist, mit Ausnahme dessen, was Cathrrinall. z,
erst schuf oder veränderte, das meiste in antikem Geschmack. Man F
bewundert vorzüglich die große Paradetreppe, den Saal mit Spie- R
gelwänden, die Capelle, die Porzellanzimmer und den Bernstein- p>
saal, in welchem die Winde von oben bis unten mit Bildhauer- 1-
«rbeit aus Bernstein verziert sind. Die Zimmer enthalten präch- H
tige Meublen und schone Gemählde, auch ist hier eine Galleri« mit ai
Bronzen, von Künstlern der Petersburger Kunstakademie verferri- di
get. In den Gärten, die in englischem Geschmack gut angelegt ,i
sind, findet man ein- Eremitage mit Statuen und Basen, römi- sg
sehe und gotbische Tempel, Pyramiden, und unter mehrcrn Säu- K
lcn und Obelisken, auch Monumente und Triumphbogen, welcheEatharina II. einiqen Männern, die sich unter lhper Regierung aus« d,zeichneren, dem Grafen Romanzow und den Brühern Orlow, hier deerrichtete. Zwei andere kaiserliche Lustschlösser, Gatschina^ und FPawlowsk, liegen in geringer Entfernung von Aarskoje Selö. ss!
Zauberei, s. Magie. se:
Zauberlaterne, tzaterna magica, heißt ein optischer ^ DApparat, mittelst dessen kleine auf Glas gemahlte Figuren i» Hz
Dunkeln vergrößert an einer Wand dargestellt werden können. Die P
Vergrößerung geschieht durch zwei in eine verschloßne Laterne ge> ne
setzte Linsengläser, von denen das erste die Strahlen so auf das w
zweite zendet, als ob sie von einem entlegner» Gegenstände kämen, L!
«lt das Gemählde ist. Dadurch wir? die Länge des Apparats ke- fü
trächtlich vermindert, indem man das Gemählde dem.ersten Glase sch