Band 
Zenhter Band. To bis Z.]
Seite
772
JPEG-Download
 

772 . Zollikofer

Fluß vortrefflich zu Statten kommen könnte, die Landfracht vorzi«.hen, sobald der Werth der Waare beträchtlich und deren Mafftklein genug ist, um sie auf der Achse verfahre» zu können. — DieZölle, welche bei der Ein» und Ausfuhr von Waaren aus der ei- >nen Provinz desselben Landes in die andere entrichtet werden,heißen Binnenzölle; diese sind die nachtheiligsten von allen,denn sie bewirke» nicht nur eine große Unglöichheit der Besteurungder einzelnen Bürger, sondern hemmen zugleich den wichtigstenZweig des Rationalverkehrs, nämlich den Binnenverkehr; weiftRegierungen haben denselben daher auch in ihren Landern gänzlichabgeschafft und den Unterthanen dadurch eine große Wohlthat er-wiesen. — In mehrern Staaten, namentlich in Großbritannien,wird dem Kaufmanns die auf den inländischen Verbrauch einerWaare gelegte Abgabe ganz oder zum Theil zurückgegeben, wen»er die Waare nach andern Länder» ausführt; eine Vergütung die-ser Art heißt Stückzoll und ist in der Regel wegen der Erleich, >terungs die fis dem Handel gewährt, sehr zu empfehlen, nur istdabei die gehörige Vorkehrung zu treffen, daß nicht die Waare,bei deren Ausfuhr der Stückzoll bezahlt worden, heimlich wiederinS Land eingeführt werde, wodurch natürlich der Zweck gänzlichverfehlt und der Staat »«rechtlicher Weise eines Theils seines Ein-kommens beraubt werden würde. Küt. i

Zollikofer (Georg Joachim), Prediger bei der evangelisch- ^reformicten Gemeine zu Leipzig, einer der vorzüglichsten deutschenKanzelredner des vorigen Jahrhunderts, geboren zu St. Gallen i»der Schweiz am gten August 1730. Bon seinem Vater, einembraven Rechtsqelehrten, der früher selbst Theologie studirt hatte,erbte er die Neigung, sich dem geistlichen Stande zu widmen, underhielt auch von ihm den ersten wissenschaftlichen Unterricht, derqnf der Schule seiner Vaterstadt, dann auf den Gymnasien zuFrankfurt am Main und zu Bvemen, und zuletzt aus der Univer-sität zu Utrecht weiter fortgesetzt wurde. Bald nach seiner Rück-kunft vön der Universität wurde er (1754) Prediger zu Mucten in -der Schweiz, erhielt aber, da er sich"Vortheilhaft auszeichnete, inkurzer Zeit den Ruf an einige andere One, und 1758 als Predi-ger bei der reformirten Gemeine in Leipzig. Diese Stelle hat er,ungeachtet verschiedner vortheilhaftern Anträge, bis an seinen Todbehalten, weil er sich bei derselben auf einem Standpunkte befand,von üvö aus er sehr viel Gutes wirken konnte. Der Ort, wo ernun lebte, die höhere Cultur der Gemeine, deren Lehrer er war,der Umgang mit mehrern ausgezeichneten Gelehrten, alles trugdazu bei, Zollikofe-" Talent weiter auszubilden, und ihn allmähligauf die Stufe zu hebe», auf welcher er seinen hohen Ruhm als Kini-zclredner bis an sein Ende behauptet hat. Während seiner drei- ^ßigjährigen Amtsführung hat er als öffentlicher Lehrer ungern«»viel Gutes gewirkt,-nicht nur bei seiner Gemeine, sondern auchbei den zahlreichen Zuhörer», die nicht eigentlich dazu gehörten, ^vorzüglich unter den jungen Studirenden, die in ihm ein freilich !schwer zn erreichendes Muster der Nachahmung fanden. Aölliko-fers Bortrag als Kanzelresner war, wie sei» äußerer Anstand,ruhig und würdevoll, tief eindringend und überzeugend, ohne hin-reißend zu semt, nicht eigentlich populär,, aber lichtvoll und faß-lich, vorzüglich aus den Verstand und durch diesen auf das He«gerichtet. Ei» Hauptzweck seiner Verträge war, den Borurth«-