7/6 Zuchthäuser
fsnbüttel, auch verschiedene kleinere Erzählungen, zerstreutund in Sammlungen. So gibt er. gegenwärtig noch in Verbin-dung mit mchrern guten darstellenden Schriftstellern eine Zeitschriftheraus, die bloß unterhaltende Darstellungen enthält, unter demTitel Erheiterungen, und des Titels nicht umvcrth sich zeigt.Auch über die Forstwissenschaft hat er geschrieben. Der Ge»birgsf.örster, eine Anweisung zu Benutzung der GebirgSwal-dungen, z Theile, i8oü.
Zuchthäuser (Strafanstalten; franz. maisons üe korce,äs correceioii). Der Name zeigt schon die eigentliche Bestimmungdieser Anstalten an ; sie soll-n E cz i ed ll n g s h ä u s er für Erwach-sene, aber noch einiger Besserung fähige'Mitglieder des menschli-chcn Geschlechts seyn; d-e Sträflinge sollen darin nicht nurgestraft, sondern auch gebessert werden. I» wiefern dieser dop-pelte Zweck in unser» Zuchthäusern erreicht werde oder werdenkönne, wirb sich in Folgendem zeigen. Eine kurze Grtchichte vonder Entstehung dieser Anstalten mag jene» Bemerkungen vorange,hen, — Zu der Zeit, da eine 'geläuterte Philosophie die Men-schen menschlicher machte, und den Werth des Menschenlebens schä-tzen lehrte, da hörte man auf. nicht nur wirkuche Berbrechen,sondern auch Bergehungen qröbrer Art, mit dem Tode zu bestra-fen, und errichtet« Anstalt,n, in denen die Strafbaren ihre Schuldabbüßen mußten, ohne doch der Gesellschaft ganz entzogen zu wer-den; vielmehr sollten sie derselben dereinst gebessert'zurückgegebenwerden. Bei den Römern war Verbannung die Strafe für Staats-verbrecher, aus den Classen der Bürger, Arbeit in den B rgwer-ken die Strafe für Leibeigne und Sklaven, die sich wichtige Bcr-gehungen hatten ;u Schulden kommen lassen. Zy spätern Zeitenwurden in den Ländern, die eine S-emacht unterhielten, die Ver-brecher auf den Galeeren eingeschmiedet; ein Gebrauch, der am letz-ten bei dem Maltbeserorden, alS dieser noch Galeeren hatte, üb-lich war, jetzt aber nicht mehr Statt findet. In andern Ländernwurden sie, und werden noch jetzt, als Knechte des Staats,zu öffentlichen Arbeiten gebraucht. In einigen Ländern ist dieDeportation der Verbrecher in noch »»angebaute Gegenden ent-fernter Provinzen gewöhnlich; so schickt England leine Verbrechernach Botsnybay, Rußland die seinigen nach Sibirien. Auch inDeutschland hat man, jedoch nur einmal, eine solche Deportationversucht. Der eigentliche Zeitpunkt, wo Zuchthäuser entstanden,ist unbekannt. In England bestand zu Bury (Sädbury) in derGrafschaft Suffolk bereits ih8y ein Zucht- und Arbeitshaus, des-sen Reglement Morton Eden in seiner Geschichte der arbeitendenClassen in England erwähnt. Die gewerbfleißigen und spekulati-ven Niederländer gaben uns Deutschen, wie in vielen andern Din-gen, so auch darin -in Beispiel, die Kräfte und Fähigkeiten selbstböser und verdorbener Menschen zu nützlichen Zwecken zu verwen-de!!. Indem M-nschen dieser Axt in eigenchs dazu errichteten An-stalten von wettern Bergehungen abgehalten wurden,^ suchte manzugleich sie durch Arbeit-» zu beschäftigen und nützlich zu machen.In dieser Absicht wurde zu Amsterdam 1595 ein Zuchthaus für Män-ner, und iMÜ ein zweit-s für liederliche Weibspersonen erricht».Bald nachher waren fast in - llen niederländischen Städten ähnlich«Anstalten zu finden. In Deutschland entstanden diese Anstaltenerst mit dem 77ten Iah.hund.erte. Die sc,u» Reichsstädte,