Motte 775
alle Anbetung und göttliche Verehrung schuldig sey, und ein bö-ses, Arimanes, angenommen werden, und überhaupt die Lehrenvoll Gott, den Engeln, den Belohnungen und Bestrafungen in ei-ner andern Welt rc. enthalten sind. Spuren dieser Zoreaste»rischen Religion finden sich noch in Indien; und ein gelehr-ter Franzose, Anquetil du Perron/ unternahm im Jahre175g eine Reise dahin, in der Hoffnung, die Schriften Aoroa-sterS aufzufinden. Wirklich machte er auch nach seiner Rückkunft,und nachdem er die deshalb in Indien gesammelten Schriften inder königlichen Bibliothek zu Paris niedergelegt hatte, eine fran-zösische Übersetzung des Jend-Avcsta bekannt; allein es ist sehr zudezweifeln, ob dieses Las echte Werk des Aoroaster sey, wiewohlKlinker, der deutsche Übersetzer desselben, ganz davon überzeugtzu seyn scheiirt, und die Echtheit gegen, die sehr scharfsinnigen An-griffe Meiners ganz in Schutz nimmt. Die, übrigen dem Zo»roaster beigelegten Schriften tragen die Spuren der Unechtheitnoch auffallender an sich, und enthalten ein Gemisch von heidni-schen und christlichen Sagen in einer dunklen Schreibart. ES! braucht kaum erinnert zu werden, daß die Freunde der geheimenWissenschaften in den Werken des Zorsaster die Entdeckung desS:eines der Weisen, den.Aufschluß der höher» Magie und allvereborgene Weisheit des Morgenlandes zu finden glauben. — Übrigenssoll dieser Weltweise in der Einsamkeit auf einem Berge gelebt unddie Perser gelehrt haben, die Gottheit unter dem Büddcs Feuerszu verehren. Daher befahl er, baß in Persien ein. immer bren-nendes Feuer zur Ehre der Gottheit unterhalten werden solle.
Zschokke (Johann Heinrich), ein beliebter und geachteterSchriftsteller, wurde zu Magdeburg geboren, beschäftigte sich zuerstir.-ic dem Studium der schönen Wissenschaften und Künste, undwar (1794) Lehrer der Moralphilosophie und Ästhetik auf der Uni-versität Frankfurt an der Oder. Hierauf begab er sich in dieSchweiz und erhielt im I. 1797 Von der Regierung des CantonSGraubündcn das Bürgerrecht. Gegen Ende des Jahre« 179zwurde er vom helvetischen Minister der Wissenschaften Stapfcr zumMitarbeiter erwählt, und vom helvetischen Directsrium im Früh-linge 1799 zum Regiernngscommissär in Unterwalden, im Augustdesselben Jahres zum Regiernngscommissär hxZ ganzen CantonSWaldstätten, im Frühling igoo zum RegierungScommiffär der ita-lienischen Schweiz, Ende des Jahres zum RegieruNgsstatthaltcr! von Basel ernannt. Seit dem Jahre I8or aber lebt er als Pri-vatgelehrter auf dem ehemaligen OberamtSlchlosse Biberstein betAarau, und ist seit dem August 1804 auch Mitglied des Oberforst-uad Bergamts dieses Eantons, Lr hat viele historische, ästheti-sche und philosophische Schriften herausgegeben, welche sich beson-ders durch einen gefälligen, beliebte» und einnehmenden Bortragj auszeichnen. Auch ist er dramatischer Dichter, und als solcher! durch seinen Abälino, seine Übersetzung der MolierischenLustspiele und andere Arbeiten bekannt, welche Beifall auf derBühne fanden. Unter seinen neuesten Schriften zeichnet sich be-sonders aus: die, Geschichte der Bayern in 4 Theilen, dannseine Antichrist: Überlieferungen zur Geschichte der neuestenZeit, welche an die Stelle der Miscellen der neuesten Weltkund«getreten sind. Außerdem hat er noch mehrere Romane geschrie-ben, zum Theil historische, wie die Prinzessin von Wol-