8 sc> Türkische Sprache und Literatur
setzt von Thomas Ehadert, Zürich, 1300, 8. — Im Jahr1727, unter der Regierung Achmeds I/I., wurde von einem ausOfen gebürtigen Renegaten, Namens Ibrahim, mit Beihülfe eine«Präger Juden, Chacham JonoS und durch Unterstützung des Groß-vesirs, Ibrahim Pascha, zu Constantinopel eine türkische Buch-druckerei errichtet, in welcher bis zum Jahr 1742 siebzehnWerke in 2Z Bünden und 13.000 Exemplaren gedruckt wurden.Nach einem Stillstand von 4Z Jahren ward die Buchdruckerei imJahr 1733 unter der Regierung des Sultans Abdolhamid wiederhergestellt. Doch arbeitete sie nur etwa zwei Jahre, „ich welchensie wieder durch sieden andre unthätig stand. Im I. 179z wurdesie von Abdorrhaman Efendi, einem verdienstvollen türkischen Geo-meter, welcher der Pforte als Abgränzungscommissäc nach demFrieden zu Gifto» gute Dienste geleistet hatte, wieder in Thätig,kett gesetzt, und mit der in Chaßkoj (einer Vorstadt Constanti-vopels auf der Seite Pera's) neu errichteten Ingenieurschule ver-bunden. Hier blieb sie jedoch nur einige Jahre, und zu Anfangdes gegenwärtigen Jahrhunderts ward sie in die zu Skutari an-gelegten Easernen der neuen Miliz verlegt. Bis zum Jahr igobwurden in derselben 26 Werke gedruckt. In den Stürmen derbeiden Revolutionen von 1807 und 1309 wurde aber auch dieseBuchdruckern zerstört, jedoch von dem jetzt regierenden SultanMahmud IV- sogleich im Jahre 1309 wieder hergestellt. Ein voll- >ständiges der in Constantinopel bis zum Jahr 1313 gedruckten !Wecke hat von Hammer in der leipziger Siteraturzeitung Nr.
.42 des Jahre« 1313 und Nr. 197 und 193 des Jahres 1314 gege-ben. Vergl. auch Loderini's Türkische Literatur, den ganze»dritten Band und Lüdccke's Beschreibung des türkischenAeichs 3c Lh. S. 51 fgg. Alle in die Theologie und in die Ge-setzwissenschasten einschlagenden Bücher sind vom Druck ausgeschlos-se»; die Verbreitung aller übrigen wissenschaftlichen Bücher durchden Druck ist durch besondere Gutachten der Ulema's (Gesetzgelehr-ten), welche einigen der vorzüglichsten Werke vorgedrvckt find, gutgeheißen und empfohlen. — In Europa begann das Studium dertürkischen Sprache erst mit dem Anfange des siebzehnten Jahrhun-derts. Der kaiserliche Historiograph, Hieronymus Megiser,gab im Jahre 1612 die erste Tückische Sprachlehre heraus. Seit-dem wurde das Studium der türkischen Sprache vorzüglich j»Wien betrieben, da Österreich und die Pforte durch Nachbarschaftund durch mannichsaltige Unterhandlungen in Angelegenheiten desKrieg«, des Friedens und der Handlung stets in Berührung miteinander standen, wobei es der erster« Regierung immer einleuch-tender werden mußte, wie viel besser ihr Interesse bei der Pfortedurch Gesandte und Geschäftsmänner, welche selbst der türkische»Sprache mächtig wären, würde wahrgenommen werden, als durchgewöhnliche Dollmetlcher, wie sie der Zufall in dem Augenblickedes Bedürfnisses und der Geschäfte darbot. Das größte Verdienst«m das Studium der türkischen Sprach« erwarb sich Franz vo»Mesgnien Meninski, kaiserlicher Hofkriegsrath und Hsfdoll-metscher, welchem man nicht nur die beste türkische Sprachlehretin lateinischer Sprache, zuerst Wien, 1630, Fvl.), sondern auch .das vollständigste türkische Wörterbuch verdankt. Die erstere wurde, !mit Übungen im Analyfiren und Lesestückcn vermehrt von Kollo'(Wien, 1756, 4.), das letztere, gleichfalls stark vermehrt, von 2 '