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Tyrol

allen Sorten von Baumwolle wird West gesponnen, je nachdemdie Waare fein oder gering werden soll. Mau darf aber ja keineSorte Baumwolle mit einer andern vermischen; denn zweierleiSorten nehmen nicht recht dieselbe Farbe an, sondern es wirdvielleicht eine dunkler als die andere. So würde also leicht eineunangenehme Ungleichheit der Farbe entstehen. Indessen lassensich alle Arten levanlischer Baumwolle zusammen färben und kön,nen mithin auch ohne Unterschied zusammen gesponnen werden.Das Garn kommt entweder zum Weber oder eS wird verschickt.Wassergarn wird in der Quantität von 10 Pfund, und Mulsgarnin der von 5 oder 6 Pfund eingepackt. Jenes wird mit grauem,und dieses erst mit weißem oder hellblauem und dann mit grauemPapier umwickelt. Die Päcktchen werden mittelst einer besondernPackmaschine ganzfestzusam mengeschraubt. Wenn West verschickt wer-den soll, so wird es gemeiniglichgehafpelt. Dieses ist aber sehrunnöthig«Denn wenn Westgarn gewebt werden soll, so muß man es dochwieder auf Spulen bringen. Am besten geschieht daher die Ver-sendung in Kops, d. h. so wie das Garn von der Spulekommt. Der Unterschied der Benennungen von Reeled Westund Kop West bezieht sich auf das oben gemeldete, und zeigtalso keine verschiedene Quantität an. — Ein Päcktchen West hältzwölf Pfund. (Poppe und Schedels. Waar. Lex.)

Tyroll, eine gefürstete zu den deutsche« Staaten des Erzhan-seS Österreich gehörige Grafschaft. Sie wird westlich von Helve-ricn und zwar vom Canton Bünden und von dem Vorarlberge,südwestlich und südlich von dem lombardisch-venetiani-schen Königreiche, östlich vom Königreiche Jllyrien, und von demKreis« Salzburg des Landes ob der Ens, nordwärts vsm König-reiche Bayern begränzt. B 0 r arlb e rg, obgleich nur ein KreisTyrol-, wird bei ferner eigenen ständischen Verfassung und abge-sonderten Verwaltungszwckgen besonders behandelt. Tyrolzählt 443Z Quadratmeilen, in 29 bewohnten Thälern und mehrals 80,000 Häusern, achtzehn Städten (Jnsbruck, Hall, Rat-tenberg, Kufstein, Kützbühl, Sterzing, Brunneken, Licnz,Brixen, Clausen, Botzen, Meran, Glurns, Trient, Ritna, Arko,Ala, Roveredo,) neunzehn Marktflecken, 2653 Dörfern, gegen619,000 Individuen (ohne Vorarlberg) milhiz, auf eine Quadrat-meile 1375 Seelen, so daß die Population Lyrols »och unter je-ner der Schweiz ist, die auf einer Quadratmeile über 1700 Men-schen zählt. — Die Conscriptio» von 1788 wies um mebr als einDnttheil mehr Familien als Häuser, auf jedes Haus mehrals sieben Menschen nach / und schon der fünfte Mensch war einFamilienvater, während das benachbarte Kärnthen um ^ mehrHäuser als Familien zählte, und etwa sechs Menschen auf einHaus trafen,'in dem dort erst der sechste Mensch ein Familienvaterwar. — Eben''diese Censcrlption zählt 55,300 Bauern, 13,600Bürger in d'cn Städten und Professiomsteu aus dem Lande,I500 Beamte, '3190 Adelige, 4024 Geistliche, wovon auf dasHochflift Trient allein, über 1Z00, also auf 151 Menschen einGeistlicher kam.' Der,Überschuß der Gedornen über die Verstorbe-nen war im Jahre igc>6 bei der Abtretung Lyrols an Bayer»1514. — Der größe Unterschied der Bevölkerung unter sich (MLandgerichte Lienz auf eine Ouadratmerle 804 Seelen, und mTrient 7340) ergibt sich sehr natürlich durch die Verschiedenheit