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838 Voltaire

Liv es zu Anschaffung einer kleinen Bibliothek hinterließ. Nachder Title der Zeit mußte er den Familiennamen dem ältestenSvene des Hauses überlassen, und nun nahm er den an, der durchihn so viel Glanz erhalte»! hat. Sein Vater wünschte in ihm ei-nen R:chi.'gelehrten Und Advocaten zu sehen, daher er auch diesesStudium beginnen mußte, allein seine Siebe zur fielen Gcistesthä-tigkeit ließ es ihn nicht weit dar-n b-ingen. Er machte immerlortBeine, und nährte diese Neigung in der Gesellschaft geistreicher undwitz'ger Männer, in der er j-tzt Zutritt erhielt und unter denensich Chaulieu, der Marquis de la Kare, der Marschall von Vil-larL, ker Grvßprlsr von Vendome, der Fürst von Eonti und An-dere befanden. Hier lernte er zuerst den Ton der feinern Weltkennen, der ihm immer auch als Schriftsteller eigen blieb und wo-durch er sich eigentlich vorzüglich sein Pubticum und seinen Einflußver-chaffie. Der Vater sah, dies ungern, bat daher den Marquisvon Ehateguneuf, damalige» französischen Gesandten in Holland,den junüen Voltaire als Page,, mitzunehmen. Dies geschah; al-lein Voltaire verliebte sich »n die Tochter der Frau von Noyer, ei-ner Geflüchteten IN Holland, und wurde deßhalb wieder zu seinerFamilie zurückgeschickt, wo er aber eben deßwegen sich nicht wohlaufgenommen sah, und nur dadurch wieder m Gunst kommenkonnte, daß er das Geschäft eines Advocatcn oder Auwaldes wirk-lich übcrnabm, dem er doch so abgeneigt war. Hiervon erlös'teihn endlich ein Freund seines Vaters, Herr von Caumartin, indemer ihm einen stillen Aufenthalt aus seinem Landgute animt, woVoltaire mit dem ältern E«umarlin bekannt wurde, der, ein gro-ßer Bewunderer Heinrichs IV. und Sully's, ihn mit seiner Begei-sterung für diese großen Männer entzündete, zugleich aber auch,da er den Hof Ludwigs XIV. aenau kannte, Voltaire'« ein leb-haftes Bild davon entwarf. Dies war denn die Veranlassung zuder Henriade und dem 8iecls fle I.c»»i» XlVl, Werke, die den jun-gen Schriftsteller vortheilhaft empfahlen. GeineNeigung zu Spott-gedichten zog ihm bald darauf, weil man ihn beschuldigte, eins ge-gen die Regierung geschrieben zu haben, einen Verhaft in derBa-stiile zu, den er jedoch dazu benutzte, ein, Gedicht über dieLigue zu entwerfen und kein Trauerspiel Ödipus zu verbes-sern. da« er kurz vorher geschrieben hatte und im Jahre 1718 aufdie Bühne brachte, wo es mit dem größten Bekfalle aufgenom-men wurde. Der Herzog von Orleans, damals die Regentschaftführend, war selbst so erfreut darüber, daß er dem Dichter erlauble,von dem Orte, wohin er nach seiner Befreiung aus der Bastille ver-wiesen worden war, nach Paris zurückzukehren. Sein Vater selbstwurde von einer Borst, Uung diese« Trauerspiel« dergestalt ergrif-fen, daß er den Sohn mit Lbränen in den Augen umarmte, undihm von nun an seinen freier» Willen ließ. Wol'tarre verliebte sichzum zweitenmale ernstlich in die Marschallin von Billars, wodurcher einige Zeit der Dichtkunst einzogen wurde, aber geheilt vondieser Leidenschaft schrieb er ein Trauerspiel Artemire, weichesjedoch nicht gefiel. Erst als es unter dem Namen Marramneeinige Jahre später wied r auf die Bühne kam, fand es Beifallund wurde oft vorgestellt. Im I. 1722 begleitete er die Frauvon Rupelmonde nach Brüssel, wo er auch Rousseau's Bekannt-schaft machte, die jedoch mit einer völligen Entzweiung beider en-digte, welche sich nie.wieder ausgleikben ließ, zumal da Beider Le-