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auf alle Weise in der Gunst des Königs herabzusetzen. Der Kö-nig wurde auch wirklich kälter gegen Voltaire, und dieser beschloß,nicht wieder nach Berlin zu gehen, sondern zurück nach Frankreich.Als er Mach Frankfurt am Main kam, wurde er auf Veranlassungvon Friedrich dem Großen angehalten, weil er noch verschiedeneArbeiten des Königs bei sich hatte, und dieser einen Mißbrauchdavon von Seiten Boltaire's befürchtete. Auch mußte dieser sei.neu KammerhcrrnsÄIüssel, seinen Orden und seine-P-nsionsversi,chermig zurückgeben. Run war der Bruch zwischen Friedrich undVoltaire nicht^mehr zweifelhaft. Voltaire wünschte jetzt die Erlaub-niß zu erhalten, .in Paris wohnen zu können ; allein ein sehr in-deceutrs und frivoles Werk, seine rnceUo ä'Orlearrs, hatte sovielWiderwillen gegen den Verfasser erregt, daß dies ihm abgeschla-gen wurde. H verweilte daher i einige Jahre zu Colmar, wo erden Orpiieiiü cls I-e Oiurlo schrieb, und kaufte dann ein Land-haus in der Nähe pon Genf. Allein er mischte sich in die damals,n Genf herrschenden politischen Streitigkeiten, und da er dadurchmit vielen angesehenen Leuten dieses Freistaates in Zwist gerieth,hielt er es für gut, Liesen Aufenthalt zu verlassen und das Land,gut Ferner) im Pays de Gex zu kaufen. Hier beschloß er, denRest seines Lebens in stolzer Unabhängigkeit zu verleben. Nr zogManufacturisten und Cslonisten in sein Gebiet, verschaffte ihnendurch seinen großen Einfluß bedeutende Vortheile und herrschte wieein kleiner Fürst unter seinen Unterthanen. Ein entschrcdner Feindjeder Kyrannei und Unterdrückung gewährte er manchem Verfolg,tcn Schutz und Hülfe, unter andern der unglückttchen Familie br«Jean Ealas, der als ein Opfer des Fanatismus gefallen war.Auch die Enkelin des großen Corneille fand bei ihm eine Freistattund anständige Versorgung. In den zahlreichen Schriften, welcheer in,diesem von dem Geräusche der Welt geschiedn?» Aufenthalteverfertigte, bekämpfte sein freier Geist mit den ihm so sehr zuGe.böte stehenden Waffen der Satire, .so n»ie mit männlicher Bered-samkeit Alles, was sich nicht mit seinen Ideen von Freiheit undSelbstständigkeit, sowohl in weltlichen als religiösen Dingen, ver-trug. Der Geistlichkeit war er wegen des Glaubenszwanges, densie so oft in Schutz genommen hatte, besonders abhold, mir kränkleer oft die Religion selbst , indem er ihre Diener angreifen wollte.Nicht immer leiteten ihn auch die edelsten Bewegungsgründe.Jetzt schrieb er unter andern auch den Can d id e, einen philoso-phischen Roman, der sich sowohl von Seiten deß Styls als dergeistreich behandelten Ideen unter die Meisterwerke dieser Art stel-len darf. Im I. 1757 erschien die erste Ausgabe seinevWerke, unter seinen eignen Augen veranstaltet, auch war diesdie Epoche seiner Aussöhnung mit Friedrich dem Großen. Letzterererneuerte seinen Briefwechsel mit ihm und sandte ,'hmseiue cigneSla--tue aus Porzellan mit der Unterschrist: sinmomali ! Die KaiserinKatharina von Rußland sandte ihm gleichfalls prächtige Geschenksvon den artigsten Briefen begleitet. Auch ging kein Fremder voigRang und Bedeutung Ferne»,vorüber, ohne dem merkwürdigeizManne seine Achtung zu bezeugen. Indessen war Voltaire dochNichts weniger als glücklich. Zu sehr an die immerwährende Be-r«Änderung der Welt gewohnt, wurde er bald feines stille» Aufevi?Haltes überdrüssig und begab sich in seinem scho» West vorgcrückrlen Alter noch einiM auf den SchaVPlatz des Kampfes allrp, gi-ch