biqek. — Die.Frage, ob Wunder möglich sind, beantwortet d>>ol,en geaebear relative Begriff der Wunders. Uuwistenoen Men-schen erscheint Licles wunderbar, was ein mit genauer Kenntnißder Natur und der Wirksamkeit ihrer verborgenen Krisle bereicherter Geist (vergl, Magnetismus) ganz in der Ordnung undnur in dem Sinne wundervoll findet, wie es die Entstehung desgeringsten Grashalmes ist. Der Kirchenvater Augustinus sagt:„Gott thut in den Wunder« nichts wider die Na-tur; ungewöhnliche Dinge erscheinen uns widernatürlich, abernicht Go.tt, der die Natur gemacht hat." Nach ihm setzt Lu-ther hinzu : ,, Die Wunderwerke, so täglich in der Welt gesche-hen, sind großer, als die von Christo geschehen sind, da er aufErden lebte. Gott hat ihm etliche kleine und seltsame Wunder-werke surbehalten, daß er uns aufwecke, und durch ein solchsonderlich (einzeln hervortretendes) Wunder weise und führe indie täalich-n Wunder der weiten Welt." Ik.
Aittau, ehemals die dritte unte- den Sechsstadtcn der Ober-lausitz., jetzt die zweite Stadt im königlich-sächsischen Landestheiledieser Provinz, an der Mandau, welche nahe bei der Stadt indie Neiffe fällt, hat IIOO Häuler, von deren die meisten nach demBrande, welcher 1757 fast die ganze Stadt verheerte) geschmackvollaufgebaut worden, an üo aber noch traurige Brandstellen sind.Hie Einwohner, an 7301-, sämmtlich evangelisch luchertscher Con-felsion, nähren sich hauptsächlich von, Handel, wozu theils dieLage an der nur eine kleine St! - Se von der Stadt entferntenböhmischen Gränze, theils die in den umliegenden Dörfern starkbetriebene Leinwand- und Damastweberei Gelegenbeit gibt. Ge-genwärtig ist der Transitohandel- mit Colonial-- und Schnittwaa»rcn und Garneii^sebr lebhaft, der fönst kehr bedeutende Leinwand-handel aber sehr "gesunken. Auch andre Gewerbe haben hier gutenFortgang, doch mehr im Kleinen, und auch das starke Tuchma-chergewerk liefert seine Fabrikate meistenrheile an auswärtige Tuch-ha.ndlung-n. Der Magistrat, die einzige Behörde in der Stadt,hat bedeutende Vordechte (s. Lausitz) und übt die Gerichtsbarkeit,mit all>n herrschaftlichen Gerechtsamen über 43,000 Seelrn, da einegroße Anzahl von Dörfern mit ansehnlichen Rittergütern derStadt gehören. Daher sind auch die Einkünfte der Communal-cassen sehr beträchtlich und alle öffentlichen Anstalten wohl fundirt.Darunter gehört ein blühendes Gymnasium, eine allgemeine deut-sche Stadtschule, welche nach dem Muster der leipziger Bürger-schule r8ii errichtet wurde und an 800 Schüler beiderlei Ge-schlechts zählt, ein Geminarium für Landlchullehrer, eine mit derStadtschule verbundn« Industrie- und Arbeitsanstalt, das reicheJacobsspital mir einer eignen Kirche u. s. w. Unter den öffent-lichen Gebäuden zeichnet sich die im besten Geschmack aufgeführte,aber im Innern jetzt noch nicht vollendete Hauptkirche zu St. Jo-haniü's, die interimistische Hauptlirche zu St. Petri und Pauli,drei Begräbnißkirchen, das Zuchthaus, welches das einzige in derProvinz ist und in seinen Mauern eine eigne Kirche hat, das neueSchauspielhaus und der Marstall mit den Salz- und Ge-traideniederlagen aus. Wehicrhattne Kunststraße» mit Baum-pflanzungen und Spaziergängen umgeben die innere Stadt, Gär-ten , deren Besitzer einen starken Handel mit Gartengewächsen undGemüsen auf sechs Meilen weit nach allen Seiten hin treiben, fäb