ro Abstammung des Menschengeschlechts
schung eine der weiteren Zeugung fähige Nachkommenschaft hervor-bringen , da wir außerdem an der ganzen Natur wahrnehmen, daßein aus der Berauschung von zwei verschiedenen Thiergeschlechternentsprungenes Geschöpf unfähig ist, sich, weiter fortzupflanzen,wie das Maulthier u. s. w. Aber nicht eben io leicht ist dieMöglichkeit oder Unmöglichkeit dargcthan, daß der weiße Euro-päer und der schwarze Afrikaner, die an Farbe, Bildung undKörperbau so wesentlich verschieden sind, von gemeinschaftlichenÄltern abstammen. Unter diejenigen, welche das ganze Menschen-geschlecht von Einem Stammpaare ableiten, gehört vorzüglichBuffon. Wie Pflanzen und Thiereunter verschiedenen Him-melsstrichen der Erde ausarten, und ihre ursprünglichen Eigen-schaften mehr od,r weniger verändern, behauptet er, so auch derMensch; und alle Unterschiede der Farbe, des Haars, des Körper-baues sind die Wirkung des verschiedenen Clima's auf der Erde.Kant, der in der Hauptsache gleicher Meinung ist, leitet die Un-terschiede der Mcnschenstämme von gewissen vorgebildetenKeimen und Anlagen zu einer besondern Leibesbeschaffenheitab, welche die Natur in den für alle Himmelsgegenden bestimm-ten Menschen gelegt habe, um gelegentlich ausgewickelt oder zu-rückgehalten zu werden, damit er seinem Platze in der Welt ange-messen und dieser ihm im Fortgange der Zeugungen gleichsam an-geboren scheine. Luft, Sonne, Wasser u. s. w. bringen nur inso fern gewisse Veränderungen des Körpers hervor, als sie Anlaßgeben, daß sich gewisse Keime entwickeln, die Gegenwart dieserKeime aber sey nothwendig, da die genannten äußern Ursachenselbst keine zeugende Kraft haben. Allerdings hat diese Hypotheseviel für sich, und gefallt noch mehr als Blumenbachs Lehrevom Bildungstriebe; doch läßt sich auch folgender Zweifel dagegenerheben. Entweder hat die Natur die präsigurirten Keime in dasganze Geschlecht gelegt, und sie warten nur auf ihre Auswicke-lunqsursachen, oder nur in diese oder jene Ration, je nachdem siefür dies oder ein anderes Clima bestimmt war. Ist das Letztere,so haben wir eben so viel ursprünglich verschiedene Stämme alsClimate ; ist-das Erstere: wie kommt es, daß sich jene Keime un-ter einerlei Einfluß äußerlich auswickelnder Ursachen bei Menschen,die lange unter diesem Einfluß gelebt haben, doch nicht auswi-ckeln? Der Weiße bleibt in Afrika weiß, und der Neger in Eu-ropa schwarz, und jeder zeugt, wenn er sich in seiner Gattungfortpflanzt, ihm gleiche Kinder. Man müßte daher annehmen,daß die vorhandenen Keime erst in einer langen Folge von Ab-stammungen allmählig entwickelt würden. Die Meinung dereralso, welche die Menschen von Einem Paare ableiten, geht dahin,daß äußere Ursachen die vorhandenen Veränderungen bewirken,wir mögen gewisse Keime dazu annehmen oder nicht. Sie unter-stützen dieselbe noch durch die Verwandtschaft der Sprachen. AlsHaüptgegner dieser Behauptung ist Home anzusehen. Ihm sinddie Unterschiede der Farbe, der Haare, der Größe, Gesichtsbil-dung, Sprache, nicht Wirkungen des Clima's, sondern Beweis«,daß es verschiedene Gattungen oder Arten von Menschen gibt, unddaß sich diese auch von Natur für verschiedene Gegenden schicken,welche ihnen ursprünglich angewiesen werden. Zunächst führt erThatsachen gegen Buffons Farbensystem an. Die Amerikaner sind.ohne Ausnahme von Kupferfarbe, so verschieden auch das Clima