Abstufung Abuttr i r
dieses großen Erdtheils ist. Die Bewohner Nieder-Äthiopiens,ungeachtet sie die Sonne im Scheitelpunkt haben, sind von gelberFarbe, dagegen leben in dem gemäßigten Monomorapa Schwarze.Völker, in fremde Himmelsstriche verpflanzt, behalten ihre ur-sprüngliche Farbe; kein Beispiel ist vom Gegentheil vorhanden.Bier völlige Geschlechtsfolgen vor, Negern blieben- in Pensylva-nien schwarz, und eine seit Jahrhunderten in Cochin lebende Ju-dencolonie hat die europäische Farbe behalten. Denjenigen, dieolles der Sonne zuschreiben, bleibt darzuthun übrig, wie dieFarbe, die sie den Ältern eindrückt, sich auch den ncugeborncn,ja ungebornen Kindern mittheilt, welche die Sonne noch nicht ge-sehen haben. (Pauw, der allerdings das Gegentheil behauptet,ist nicht zuverlässig.) Schwächer sind die Beweise, welche Homeaus der Verschiedenheit der Rationalcharaktere und der Sprachenfür seine Meinung hernimmt, und wir übergehen sie um so eher,da schon aus dem Angeführten hinlänglich, hervorgeht, daß dieBehauptung beider Theile auf Gründen beruht. Man vergleicheaußerdem, was Hume, und diesem entgegen Feder über densel-ben Gegenstand sagen.
Abstufung nennen wir in den schönen Künsten den natur-gemäßen Fortgang von einem Höher» zum Liefern, und umge-kehrt; denn nichts geschieht in der Natur durch einen Sprung.In der Mahlerei ist Abstufung der Farben und Lichter das Mit-tel, um auf der Fläche die Erhabenheit oder Vertiefung der Mas-sen auszudrücken, die Entfernungen zu bezeichnen, die Ebnen an-zugeben und die umgebende Lust anzudeuten. In der Poesie hörtman vornehmlich von einer Abstufung der Gefühle, Leidenschaftenund Charaktere reden. In Beziehung auf dir beiden erstcrn solldamit ein nach den Gesetzen der geistigen Menschennatur richtigbeobachtetes Steigen und Fallen derselben bezeichnet werden; un-ter Abstufung der Charaktere aber versteht man theils jene na-turgemäße Mischling der Charakterelemente, welche das Grelle hin-wegnimmt, theils jene Mittelstraße zwischen der Einförmigkeitund drm schneidenden Contrast der geschilderten Charaktere; dennjenes ist ermüdend, dies aber unnatürlich.
*Abukir, im Witlelalter eine Stadt, gegenwärtig aber einDorf mit einem festen Schlossern der Westseite eines geräumigen,durch eine Landspitze und mehrere Jnselchen gedeckten Meerbusens,an der ägyptischen Küste, vier Stunden östlich von Alerandrien,Mehr als einmal ist dieser Ort in der neuern Kriegsgeschichte be-rühmt geworden, vorzüglich aber durch die große Seeschlacht, inwelcher Nelson vom isten bis Zten August 1793 die französischeFlotte vernichtete. — Sobald die Nachricht von dem Auslaufender touloner Flotte, welche Bonaparte mit einer Armee nachÄgypten führte, zu dem vor Cadix kreuzenden englischen AdmiralSt. Htncent gekommen war, detaschirte derselbe Nelson mit vier-zehn Linienschiffen nach dem mittelländischen Meere, und gab ihmBefehl, die feindliche Flotte aufzusuchen, und wo er sie findenwürde, anzugreifen. Nelson suchte die französische Flotte an denSüdküsten von Kleinasien, und da er sie hier nicht fand, richteteer seinen Sauf nach Sicilien, wo er am iqten Juli in den Hafenvon Syrakus einlief. Da er hier vernahm, daß die französischeFlotte weder im Archipelagus, noch im adriatischen Meere gesehenworden, auch nicht das Mittelmeer hinabgegangen sey, schloß er,