Addison »z
n Jahr d«rauf Unter-Staatssecrctär. — Eine englisch« Oper, Ro-samunde betitelt, welche er damals schrieb, um sie der neu errich-an tetcn und eben nicht mit Beifall aufgenommenen italienischen Oper^ entgegenzustellen, h.tte keinen sonderlichen Erfolg. Dadurch aber,daß er dsese Oper der intriganten, allgemein gehaßten Herzogine, von Marlborough, die überdies die Literatur weder liebte noch zulieben scheinen wsllie, zueignete, machte er sogar feinen Charakterverdächtig. 'Als der Marquis Warton zum Bicekbnig von Irlandernannt worden, folgte ihm Addison als Secretar und ward zu-gleich Archivar oe» Schlosses von Birmingham; ein Posten, dermit sehr wenig Arbeit und' zoo Pfund jährlichen Gehalts verknüpftwar. Während seines Aufenthalts in Irland entwarf Stcele,,n, mit dem er von Jugend auf durch Freundschaft verbunden war,-t. den Plan zu einer periodischen Schrift, unter dem Titel TB«^ 2 >ttler (.der Plauderer) Addison nahm an dieser UnternehmungAntheil, an deren Stelle jedoch nach einigen Monaten der Sxecratortrat, bei dem «in, höherer und umfassenderer Gesichtspunkt genom-men worden war. Diese Schrift, die erste in ihrer Art, wurdecr, mit einem ungemeinen Beifall .uigcnommen und machte den Ber>>ld saffer allgemein berühmt. Addison stellte darin ein Gemählde von^ den Sitten seiner Zeit auf, indem er Charaktere schilderte, Lasterha, züchtigte, die herrschenden Lächerlichkeiten und Verkehrtheiten auf-deckte, und dabei abwechselnd den Ernst des Verstandes und denTon des Spottes und der Ironie anwandte. In diesen verschte-H-, denen Gattungen der Gegenstände und der Behandlung zeigte erei» ausgezeichnetes Talent, einen geläuterten Geschmack und «ine»gesunden, wiewohl nicht in die Tiefe dringenden Blick. Er wardMuster für viele spätere Schriftsteller und unläugbar haben derZa, Zuschauer und das Gefolge seiner Nachahmer einen eben so ausge-bt, breiteten als heilsamen Einfluß auf die Sitten der englischen Na-„ tion gehabt. Im ^Jahr 171z zeigte sich Addison der literarischenin Welt mit einem neuen Charakter. Er brachte sein TrauerspielCato auf die Bühne, an dem nach zz ununterbrochen auf einandericht Agenden Vorstellungen das Publicum kaum die erste Gluth seinerBegierde gestillt hatte, und das lange in London und in den Pro-^ «inzen unter dem allgemeinsten Beifall aufgeführt wurde. Dochder Werth diese« an sich schwachen und frostigen Stücks ^ invst, welchem Addison recht deutlich darthat, daß er zwar ein schönernd Geist, aber kein Dichter sey, sondern das politische Interesse dts»so« Ulken, wirkte diesen Erfolg, zu welchem die"Wiah» und Tory'Sler« ^ch bereinigten, den aber die Zeit nach und nach schwächte unden- ^?i>lich ganz auslöschte. Nach dem Tode der Königin Anna wurde,,r . dbison in verschiedenen öffentlichen Ämtern angestellt. Er ging
l?h» ber Eigenschaft eines Sekretärs des Vicekönigs, Grasen vonvx, Sunderland, zum zweitenmale nach Irland; ward darauf Lord^ °es Handelsbureau's und 1717 Staatssekretär. D«S Jahr vorher„ hatte er sich mit der verwitweten Gräfin von Warwick verheira-ord , Äber diese Ehe mit einer eitel», eingebildete» und herrsch-est Trau trug eben so wenig zu seinem Glücke bei, als sein«
?m> ^Hebung ins Ministerium die Meinung, die er von seinem Ger->det I" seinen Talenten begründet hatte, verstärken konnte. Ma»
^ bemerkte nur zu bald seine Unfähigkeit, das ihm anvertraute Amt^ verwalten. Er war nicht rm Stande, öffentlich zu reden undda« Maßregeln der Regierung zu unterstützen und zu vertheidig«.