Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Aegypten 35

I'A »ur ungern zieht man das Luge von dem Schauplätze einer Reg-samkcit und Thätigkeit wieder ab, deren Resultat eine Bildungwar, welche von unserer europäischen nicht durchgängig übertraf-? ^ fe» wird. Gleich wie Griechenlands Flor verblühte, so ging auch^ die Cultur Ägyptens unter. Von den Ufern des Nils empfingch Hellas den Keim seiner nachmaligen Größe, und von Asien ausfiel das erste Samenkorn zu seiner künftigen hohen Cultur auf

- Afrika « glühenden Boden. Eine alte astronomische Beobachtungll' beurkundet die Sage; daß um ZZÜ2 vor Christus der babylo-

> »ische Hermes (Thot), dieser Held der Urzeit, dessen historische! Existenz zu untersuchen hier nicht der Ort ist, von Babylon nachde! Äthiopien kam (so wie in der Folge Cecrops aus SaiS am Nil

- ' nach Attica), und diesen Staat, nach dem Muster dessen, dem

, ^ er angehörte, cultivirte. Das Studium der Bildungsgcschichte^ des menschlichen Geschlechts überhaupt belehrt uns, daß die Äthho»

pier und Babylonier die ersten Nationen des Erdballs waren, wel»che schon eine hohe Stufe erklimmt hatten, Die hohe Wahrschein-im ^keit, daß bald nach der Organisation Äthiopiens durch Hermesrrer erste Einwanderung einer äthiopischen Colonie inOber-Ägypten (das damals nur von nomadischen Hirtenvöl«kern bewohnt war) geschehen ist, macht uns die Ägyptier als

die dritte der Nationen des Alterthums bekannt, welche allen Übri-

/ Aneignung einer höher» Ausbildung voranging. Die.' Ahn-

un< ^^^it der Menschenrace und der Sprache erhöhen die Wahrschein-» ' Uchkeit, daß von Äthiopien aus Ägypten die Bewohner erhielt,,,nd in der allgemeinen Culturgeschichte.einen so ehrenvollen Platz

behaupten, saschzur Gewißheit. Dies- widerspricht aus sich selbstder mosaischen Angabe, daß nach der Sündfluth zuerst ein Stamm' Chamiten in Ober-Ägypten sich niedergelassen habe; selbst dieE Lsraeliten, unter dem Großvezicr Joseph, gehörten noch zu denan der Gränze wohnenden Nomaden, bis sie unter Moses wiederauswanderten. Ob nun gleich Ägypten an Babylon und Äthio-und b"ße Vorbilder hatte, so schritt anfangs ihre 'Ausbildungdoch nur sehr langsam vor. Die über alles sich erstreckende zunflnnä«. ' f>ge Einrichtung, die sonderbare Gintheilung des Volks in-erb», liche Casten, indem keiner aus seiner angebornen Caste in einenn! ^"dere übergehen durfte, und die Priesterherrfchaft hielten. . den ohnehin nicht zu lebhaften Geist in engen Fesseln. Handelaei! ?"d die daraus folgenden Berührungen, mit andern Völkern»' b«on- die Schifffahrt, dies für Küstenbewohner so große Vehikel

, Eommercialwesen, befanden sich bis zu des unternehmendenmi ^l°srns Zeit großer Unbedeurenheit — siehe da, ein neuer

.... daß die Fortschritte der Ägyptier nicht reißend waren,

an- ks^dten sie eine glänzende Periode, aus der sie aber in daS

d, ""e Nichts zurückfielen,, als sie von fremden Völkern unterjochtra< en waren. Im Überblick jener Blüthrnzcit Ägyptens sehender seinen Bewohnern Astronomen, die an der Spitze der

wissenschaftlich Gebildeten standen; ihr Sonnenjahr war ganz^ oem republikanischen Calender der Franzosen gleich, es hatte, wieder K den zwölf Monaten noch fünf Ergänzungstagc; die

,'rd . Erde war ihnen bekannt, Sonnen- und Mondsinster«

-be 'Eden berechnet; den Mond hielten sie aber für eine äthe»^ Erve, die Fixsterne für brennende Fackeln; Sonnen- undavasseruhresi waren ihnen nicht fremd, des Osimandias ungeheurer

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