S4 Alcibiades
Hause des Perikles, seines mütterlichen Großvater», erzogen. Dft> derser war zu sehr mit den Angelegenheiten des Staats beschäftigt, seinum ihm die Sorgfalt zu widmen, welche die Heftigkeit seines Cha- ihmraktcrs crsoderte. Alcibiades verrieth von Jugend auf, was n zieheinst scvn werde. Einst würfelte er ipit einigen Altersgenossen aus Tocder Gaffe; ein Wagen kam dazu; er bat den Fuhrmann zu halten, zurund da dieser sich weigert, wirft er sich vor das Rad und ruft: sinn„Fahre jetzt, wenn du den Muth hast." Einst war er in ein.m oly:Zweikampf mit einem andern Knaben nahe daran zu unterliegen, 'onlund biß den elben in die Hand. „Du beißest wie ein Weib," ruft dreidieser. „Nein wie ein Löwe," antwortete Äleibiades. In alle» Sp!Studien , in allen Körperabungen versuchte er sich mit Glück. Sein! HasSchönheit, seine Geburt, das Ansehen des Perikles, seines Vor- antmund,», verschafften ihm eine Menge von Freunden und Verehrern; Phinachkheilige Gerüchte über sei»« Sitten waren die Folgen davon, gesrAuch Eokrates schenkte ihm seine Freundschaft. Er, dessen richtige! genScharfblick die Ke:me der größten Tugenden wie der größten Lastn schl>in dem Jünglinge erblickte, schmeichelte sich, ihn zum Guten leiten mmzu kennen. Auch gewann er stn-üugbar eine große Gewalt über Lanihn, und aus allen Zerstreuungen cebcte Alcibiades stets zu den. sturPhilosophen zurück. Die ersten Waffen trug er bei der Unterneh- vermung auf Potldra; er wurde hier verwundet, und Sakrales, dir ftsan seiner Seite focht, vertheidigte ihn und führte ibn zurück. Aiud Nüder Schlackt von Leliunk wohnte er bei; er besann sich unter d« sirReiterc', weiche siegreich war. Nachdem aber die Infanterie gt- laßschlagen worden, ward er genöthigt, wie die übrigen die Fluch! hatzu nehmen. Er begegnete auf derselben :em Eokrates, welcher sich Aszu Fuß zurückzog, begleit.te ibn und wachte für seine Sicherheit. Ich!So lange Eieou lebte, machte sich Alcibiades nur durch Lurus und rrVerschwendung bekannt, ohne sich in die Angelegenheiten des Staaii hafzu mischen. Ais dieser Demagog (im I. 422 vor Chr.) -dos Leer» ^verloren batte, brachte es Ricias dahin, daß ein Frieden aisisündig Jahre zwischen den Ltbenienserv und Lacedämoniern abge-schloffen wurde. Alkibiad.s ward eifersücklig auf des Nlccas A«-sehen, und zugleich unwillig, daß die Saeedämorner, mit dcncn «rin gastsreundschaitl-cher Veroindung stand, sich nicht an ihn gewannhatten, und benutzte einige zwischen beiden Nationen entstände« ^Mißhelligkeiten, um »inen Bruch des Friedens zu bewirken. Tu ^Lacedämonier hatten Gesandte nach Alben gestuckt. Llcibiatrinahm sie mit scheinbarem Wohlwollen aus, und rieth ihnen, it« l!?Vollmachten zu verheimlichen, d mit die Llhenieoscr ihnen keiarGesetze vorschrieben. Jene ließen sich wirklich täuschen und erklär- ^ten, als sie in die Volksversammlung beruien waren, daß sie >"t d,,
ohne Vollmacht befänden. Sog.eich trat Alcibiades geqen sie auf .warf ihnen ihre Lceu.oiigkeit vor, und bewog die Athcuienser z»einem Bündnis mir den Lckäern. Dies führte einen Bruch au! „Laccdämon herbei. Alcibiades defehligte bei verschiedenen Geck- ^aevbeiren die athenieusiicken Flotten, welche den Peloponnes vrr-wüsteten; aber auch hier entsagte er dem Lurus und der Üpl»u°keil Nlcht. Nach seiner Rückkebr nach Alben ergab er sich alle«Arten von Ausschweifungen. Als er einst von einer nächtlichen Tr- ^gie, in Gesellschaft einiger Freunde, zurückkehrte, wettete er, hat ^er dem reichen Hippooiyus eine Ohrfeige geben wolle, and wirk- ^kich gab er sie ihm. Diese Handlung machte großes Aufsehen l"