Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Alcibird<§ SS

2 l!> der Stadt; Alcibiades aber ging zu dem Beleidigten hin, warfigt, sein Obcrkleid ab und fod rte ihn auf,' sich durch Ruthenstreiche anrha> ihm zu rächen. Diese offene Reue versöhnte Hipponichus, er ver-» » zieh ihm nicht nur, sondern gab ihm in der Folge sogar seineauf Tochter Hipparete mit einer Aussteuer von ro Talenten (15,000 Thlr.)ten, zur Gattin. Alcibiadcs entsagte aber auch jetzt weder seinem Seicht-äst: sinn noch seiner Verschwendung. Diese zeigte er besonders auch bei denn,i» olympischen Spielen, wo er nicht, wie andere Reiche, mit einem,gen, sondern mit sieben Wagen zugleich in die Rennbahn trat und dieruft drei ersten Preise gewann. Auch in den pythischen und nemäischenllee Spielen scheint er gesiegt zu haben. Alles dies zog ihm aber denenu Haß vieler seiner Mitbürger zu, und er würde dem Ostracismusßon unterlegen haben, wenn er nicht in Verbindung mit Nicias undwni Phäar, die ei» gleiches Schichsal fürchteten, so geschickte Maßre-ron. gejn zu nehmen gewußt hätte, daß die Verbannung eben denjeni-igei gen traf, der ihn zu stürzen geglaubt hatte. Bald darauf be-rste! schloffen die Athcnienser, auf Alcibiades Borschlag, eine Unterneh-me» mung auf Sicilien zu machen, und ernannten ihn mit Nicias undlber Tamachus zum Oberbefehlshaber. Aber während man die Zurü-dm. stungen betrieb, geschah es, daß einst in einer Nacht alle Hermenlieb> verstümmelt wurden. Alcibiades Feinde warfen den Verdacht die-dn ses Frevels auf ihn, verschoben jedoch die Anklage bis nach seinerund Rückkehr aus Sicilien. Kaum aber hatte er sich eingeschifft, alsd« sie das Volk dergestallt wieder ihn aufreizten, daß der Beschluß ge-ge- faßt wurde, ihn zurückzurufen, um ihn zu richten. AlcihiadeSuchi hatte bereits auf Sicilien glänzende Vortheile erfochten, als er denstl- Befehl zur Rückkehr empfing. Er gehorchte ohne Widerstand und«eil. schiffte sich ein; als er aber zu Thurium angekommen war, stiegund er aus Land und verbarg sich. Wie, Alcibiades, fragt- man ihn,iatl hast du kein Vertragn zu deinem Vaterlaade? — »Ich würde,"antwortete er, „meiner Mutter nicht trauen, wenn es mein Le-ari den betrifft, denn sie könnte aus Versehen einen schwarzen Steinbgo statt eines weißen nehmen." In Athen verurtheilte man ihn hier-A»° auf zum Tode. Er aber sagte auf die Nachricht davon: »Icha u werde den Athenienftrn zeigen, daß ich noch lebe." Zunächst ging,nil nach Argos, dann nach Sparta, wo er sich mit so gewandtertu« Art in die strengen Sitten des Landes zu fügen wußte, daß erxu auch hier der Liebling de« Volks wurde. Daher gelang es ihm, die»tu Lacedämonier zu einem Bündniß mit dem Perserrönig, und, nachid« unglücklichen Ausgang der athenienflschen Unternehmung aufein! Sicilien, zur Unterstützung der Einwohner von Chios zu bewegen,lär- um letztere vom Joche Athens zu befreien. Er ging selbst dahin,>ni f5°ü>te bei seiner Ankunft in Kleinasien ganz Jonien gegen dieoob Arhc«'enser in Aufstand, und fügte ihnen vielen Schaden zu. AgiS: z» aber und die vornehmsten Spartaner wurden wegen dieses Erfolgsoll "'"süchtig auf ihn, und befahlen ihren Feldherrn in Asien, ihn'bd öu lassen. Alcibiades errieth ihren Plan und ging zu

vrn a ""Es, einem persischen Satrapen, der Befehl hatte, mite-.'i. ^ocedämoniern gemeinschaftlich zu handeln. Hier änderte eräe» 'we Sitten, stürzte sich in den asiatischen Luxus, und wußte sichTl- n,-?, unentbehrlich zu machen. Da er den Lacedämvniern

bei Ehr trauen konnte, unternahm er es, seinem Vaterlande

ich d»« stellte dem Tiffaphcrnes vor, daß es dem Interesse

in großen Königs entgegen sey, die Akhenienser ganz zu entkraf-