Apollonius 109
e be> Schüler des PythagoraS, nach den strengen Regeln seiner Lehre"thi- zu werden. Es befand sich zu Ägos ein dem Äsculap geheiligterZänz- Tempel, wo dieser Gott zu Gunsten der Kranken Wunder wirkte,der». Apollonius begab sich in denselben. Er enthielt sich, PythagoraS.'klein Vorschriften zufolge, aller thierischen Nahrung und lebte nur vonuch- Früchten und Kräutern, trank keinen Wein, kleidete sich in Zeugezwar äug vegetabilischen Stoffen, ging barfuß und ließ sein Haar wach-N»> sev. Die Priester des Tempels unterrichteten ihn und weihten ihnJs» in ihre Mysterien ein. Man sagte, daß Äsculap selbst ihn zumr ew Zeugen seiner Euren mache. Doch sehen wir nicht, daß er damalsall«" Wunder zu wirken versucht hätte.' Er bildete eine philosephischeSchule und legte sich ein fünfjähriges Stillschweigen auf. Wäh-ioth> rmd dieser Zeit bereis'te er Pamphylien und Cilicien, später An-l k«i> tiochien, Ephesus und andere Städte. Darauf beschloß er, über-blut Babylon nach Indien zu gehen, um die Lehren der Braminen ken-ffbe" nen zu lernen. Da seine Schüler ihm zu folgen verweigerten, be-!n>- gab er sich allein auf den Weg. Ein gewisser Damis, der ihm be-gegnete und ihn als eine Gottheit betrachtete, ward sein Begleiterdu- und Reisebeschreiber. Au Babylon unterredete er sich mit den Ma-nen. giern und ging von da mit reichen Geschenken nach Taxella, wovier Phraortes, der König von Indien, residirte. Dieser gab ihm eines), Empfehlungsschreiben an den ersten Braminen mit. Nach einemnach- Aufenthalt von vier Monaten- kam Apollonius nach Babylon zu-annt rück; von ha ging er nach Jonien und besuchte mehrere Städte.M Allenthalben ging sein Ruf vor ihm her und die Einwohner ström-d«s ten ihm entgegen. Er warf dem Volke öffentlich seine Trägheitsei" vor und empfahl ihm, nach PythagoraS Lehre, die Gemeinschaft
ehn- der Güter. Den Ephesiern soll er Pest und Erdbeben vorherge-
- — sagt haben, die später wirklich eintrafen. An dem Grabe Achillsbrachte er eine Nacht allein zu, und gab vor, mit dem Schattenrm, des Helden eine Unterredung gehabt zu haben. Zu Lesbos besprach
Aw "s sich mit den Priestern des Orpheus, die ihm als einem Zauberer
H«- die Aufnahme in die heiligen Mysterien verweigerten, einige Jahre>G- A»ter "ber gewährten. Au Athen empfahl er dem Volke Opfer,ger- .Gebete und Sittenbefferung^ Allenthalben, wohin er kam, be-Amptete er, die Zukunft vorherzusagen und Wunder zu thun.l«s«r Endlich kam er auch nach Rom. Nero hatte eben durch ein Edict
nur alle Magier aus der Stadt verbannt. Apollonius fühlte, daß er
diese Maßregel mit begriffen seyn könnte; dies hinderte ihndi« ledoch nichts mit acht seiner Gefährten hineinzugehen. Sein Auf-
^ ^ aber von kurzer Dauer. Er erweckte, sagt ein Ge-
"" Mchtschrciber, eine junge Frau vom Tode, und ward aus derm ^ vertrieben. Er besuchte Spanien, girch über Italien nach. ^lechenland und von da nach Ägypten, wo Vespasian sich seinerBefestigung seines Ansehens bediente und ihn wie ein Orakel^ , ^ath fragte. Er machte von da eine Reise nach Äthiopien,
v- a» "dch seiner Rückkehr von Titus ebenfalls günstig auf-
n-. chvwn und über Rcgierungsangelegsnheiten um Rath gefragt.F" Domitians Thronbesteigung ward er angeklagt, einen Auj->» lln, e Nerva's Gunsten in Ägypten erregt zu haben. Er stellte!-? kdeiwillig vor Gericht und ward losgesprochen. Darauf bcrci-7." , " dr abermals Griechenland und ließ sich in Ephesus nieder, wo
Pythagoreische Schule eröffnete und in einem fast hunderk-i«v, > yngen Alter starb. Zu den vielen Wundern, die von ihm er-