Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
108
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roy Apathie Apollonius

Apathie kann als Zustand, Eigenschaft oder Naturgabe be-

trachtet werden. Als Zustand wird sie für eine gänzliche Untä-tigkeit des Menschen genommen; als Eigenschaft ist sie die gänz-liche Affectlosigkeit, welche die Stoiker von dem Weise» fodern.Als Raturgabc ist die Apathie entweder mit hinlänglicher Seelen-stärke verbunden oder nicht. Im ersten Fall, sagt Kant sehr rich-tig, ist sie das glückliche Phlegma. Der damit Begabte ist zwardarum kein Weiser , hat aber doch die Begünstigung von der Na-tur, daß es ihm leichter wird als, Andern, es zu werden. Ji»letzten Fall ist es eine Art von Unempfindlichkeit, nach welcher einMensch sich jeden Schmerz, auch den nicht nothwendigen, gefallenläßt.

*Apodiktisch. Eine Erkenntniß, die eine absolute Noth-wendigkeit bei sich führt, ist apodiktisch gewiß. Sie darf auf kei-nen Erfahrungsgründen beruhen, sondern muß ein reines Prodmtder Vernunft seyn, da Erfahrung keine Nothwendigkeit gebe»kann. Apodiktischer Imperativ, s. kategorischer Im-perativ.

Apollonius. Das Alterthum nennt mehrere Männer die-ses Namens, von denen wir nur die wichtigsten anführen können.— Apollonius von Perga in Pamphylien, einer von den vierSchriftstellern (Euklides, Archimedcs, Apollonius, Diophantes),die wir als die Väter der mathematischen Wissenschaften betrach-ten müssen, da durch ihre Schriftew die Neuern damit bekann!geworden sind. Er lebte um das Jahr 200 vor Chr., und sto-dirte lange die Mathematik zu Alexandrien unter den Schülern desEuklides. Von seinen vielen mathematischen Schriften ist seinBuch von den Kegelschnitten, welche Lehre er durch neue Erfin-dungen und glückliche Erklärungen erweiterte, das berühmteste. —Apollonius von Rhodus, war nach Einigen zu Alexandrien,nach Athenäus zu Naucratcs gegen die igöste Olymp, geboren,begab sich aber, da ihn die Eifersucht anderer Gelehrten in seinemVaterland« unaufhörlich'verfolgte, nach Rhodus, wo er die Rhe-torik mit so viel Auszeichnung lehrte und sich durch seine Schrif-ten so großen Ruhm erwarb, daß die Rhodier ihm das Bürger-recht ertheilten. Er ging indeß nach Alexandrien zurück, um Era-thosthencS in der Direktion der' berühmten Bibliothek dieserStadt zu ersetzen. Von seinen vielen Werken besitzen wir nnrseine Argonautica, ein Gedicht, das im Allgemeinen nur von mit-melmäßigem Werth ist, so großen Fleiß auch der Dichter auf dieAusarbeitung und Vollendung desselben verwandte. Einzelneschöne Stellen zeichnen sich jedoch sehr vorthcilhaft aus, besondersdie Episode von der Liebe der Medea. Apollonius war ein Zög-ling des CallimachuS, aber die Undankbarkeit des Schülers und dumißtrauische Eigenliebe des Lehrers veruneinigte beide. Callima-chus rächte sich nicht nur durch ein eigenes Gedicht, sondern ver-folgte Apollonius bis in seinen Hymnus auf Apollo». — Apol-lonius von Lyana in Cappadscien, dessen Geburt mit demfang der christlichen Zeitrechnung zusammenfällt, ein berühmterAnhänger der pythagoräischen Philosophie. Der Phönicier Euth?-demus unterrichtete ihn anfangs zu Larsus und spater zu Agos >»der Grammatik, Rhetorik w:d den verschiedenen philosophischenDoctrinen, Eurenus von Herakles aber in der pythagoräischenPhilosophie. Apollonius fühlte einen unwiderstehlichen Antriev,

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