Asien 127
versetzt, der auf HochasienS erhabener Ebene geblüht haben mag;von dort aus erstreckten sich hiernach die Zweige der übrigen Völ-kerschaften. Suchen wir die Wiege aller Cultur des Alterthums,so finden wir sie bei Asiens vielgebildeten Rationen, von wo siedurch Handel und Colonien nach Afrika auf griechischen Böden unddann weiter verpflanzt wurden; wir gedenken der Babylonier undChaldäer! — Richt leicht kann eine politische Geschichte in-teressanter seyn als Asiens. Die großen Revolutionen, die theilsvon außen erregt wurden, theils im Innern selbst den Stoff fan-den, waren zugleich für den übrigen Erdboden von höchster Wich-tigkeit. Bis zum Tigris war das westliche Asien unter römi-sche Herrschaft gekommen; doch mehrere Nationen hatten denandringenden Eroberern mit Glück sich widersetzt. Der parthischeStaat, der bactrische, Japan und Ehina behaupteten ihre Unab-hängigkeit; ja die um sich greifende Macht der Chinesen gab denHunnen, einer mongolischen Völkerschaft, den ersten Stoß zuihrem Zuge nach dem Westen. Eine der merkwürdigsten Nationen,die auch ihre Freiheit sich erhielten, waren die Araber. Hattensie bis zum siebenten Jahrhundert fast keine Ahnung eines politi-schen Verbandes unter sich selbst gehabt, so gelangten sie doch miteinem male dazu, als der geniale Mohamed, der aus ihnen ge-borne Prophet, sie unter seiner Herrschaft vereinigte, wie einstMoses die Jsraeliten. Mit dem Augenblicke seines Todes entstanddas Califat, den» seine Nachfolger nannten sich Califcn, d. h.Nachfolger des Propheten*); in Bagdad am Tigris war ihre Re-sidenz. Aber dies gewaltige Reich ging unter, als die Araber (Sa-razenen, Morgenländer) durch die zunehmende Regierungsschwacheder Kalifen andern osmanischen Völkerschaften, deren sie sich erstfür ihre Zwecke bedient hatten, allmählig untergeordnet wurden;wir gedenken hier des Reichs der seldschuckischen Türken. Da kamdie Zeit der Kreu zzüg e. Die europäische» Kreuzfahrer began-nen ihren Kampf gegen die Sarazenen um den Besitz des heiligenGrabes; in Syrien entstand das christliche Königreich Jerusalem,Doch noch ehe es ein Jahrhundert gedauert hatte (noa bis 1187),leuchtete der Halbmond wieder auf den Zinnen des neuen Salems.-- Eine der erschütterndsten Revolutionen war die durch den mon-golischen Dschingischan. Das nördliche China, die arabischenund türkischen Staaten in Persien und Indien unterlagen ihm.Karakvrum in der Mongolei war die Residenz des Grvßchans; imvierzehnten Jahrhunderte ward sie nach China verlegt, und diesegroße Entfernung der Regierung vom Mittelpunkte des unermeßli-chen Reichs beförderte dessen Fall. China, Persien und mehrere«tasten machten sich wieder unabhängig; aber Timur - lenk brachteste alle, China ausgenommen, das sein Tod (1404) rettete, wie-,^,hoker die Herrschaft der Mongolen. — Weit hatte sich seit demtürkischen Feldherrn Osman (1Z00) die Macht der Pforte ausge-vrntet. Aber Persien widerstand ihr: die Dynastien der Turk-^ Sosi werden in der persischen Geschichte mit unver-gänglichem Ruhme genannt. Die letztere unterlag dem Kuli-Chan,ew einem Räuberhauptmann Feldherr, und endlich Kaiser vonPerfren (1736 bis 1747) wurde; nun hieß er Nadir-Schach,
) Unter dem Art. Califat verbreiten wir uns mehr üb» dies« Ra-tion; auch vergl. man Arabien.