Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
209
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Becket 209

ist. Dieses schöne Werk war Beckers Schwanengesang. Sein, wie-wohl nicht unerwarteter, Tod wird von zahlreichen Freunden, dieaußer, den Gelehrten, zugleich den redlichen, gefühlvollen und lie-benswürdigen Menschen in ihm schätzten, herzlich betrauert.

Wecket (Thomas), bekannt unter dem Namen Thomasvon Cantcrbury und berühmt durch die Rolle, die er unterHeinrichs II. Regierung spielte, war zu London im Jahre niygeboren. Nachdem er zu Oxford, Paris und Bologna seine Stu-dien vollendet hatte, ernannte ihn auf die Empfehlung Theobalds,Erzbischofs von Canterbury, König Heinrich II. zum Großkanzlecund llehrcr seines Sohnes. Wecket machte auf diesem Posten un-geheuern Aufwand und war eben so sehr bemüht, sich beim Volkedurch seine Freigebigkeit, als durch unbegränzte Ergebenheit beimKönige beliebt zu machen, so daß der Letztere, als 1162 das Erz-bisthum von Canterbury erledigt wurde, allen seinen Einfluß an-wandte, die Wahl zu dieser hohen Würde, mit welcher der Titelund die Rechte eines Primas von England verbunden waren, aufWecket zu lenken, der aber kaum das Erzbisthum erlangt hatte,als er sich von einer neuen, dem Könige höchst unerwarteten Seitezeigte. Nicht nur ging er von dem höchsten Luxus und WohllebenPlötzlich zu dem Ernst und der Strenge des andächtigsten Geistli-chen über, trug ein härncs Gewand, geißelte sich und genoß nurWasser und Brodt, wobei er unbezweifelt die Absicht hatte, sichauf Volk und Geistlichkeit Einfluß zu verschaffen, sondern er tratzugleich als eifrigster Vertheidiger der kirchlichen Vorrechte gegenden König auf. Dieser berief zur Beschränkung derselben ein« all-gew 'ine Versammlung des Adels und der Geistlichkeit nach Cla-rendon, wo mehrere dem Wille), des Königs gemäße Bestimmun-gen gemacht wurden, denen sich Wecket auch, aus Unvermögen,sich zu widersetzen, anfänglich unterwarf.. Als aber der Papst ih-nen seine Genehmigung versagte, trat auch Wecket, ungeachtet!"nes geleisteten Eides, laut dagegen auf; Heinrich, um sich an«em Meineidigem ^ rächen, ließ ihn verurthcilen, seine Güter"Wfsien, die Einkünfte des Erzbisthum mit Beschlag belegen undihn, in Frankreich Sicherheit zu suchen. Dessen unge-blieb Wecket unbeugsam, und der stolze und gereizte Hei'n-uy, dem daran lag, sich mit ihm auszusöhnen, ließ sich nicht-"s A* persönlichen Zusammenkunft mit ihm auf der Gränze

Aormandie herab, sondern demüthigte sich so sehr, dem stol-r„ b beim Auf- und Absteigen den Zügel seines Pferdes

übe- n"' Wecket kehrte zwar nach England zurück, zeigte sichE,'n° ft unabhängig von der königlichen Gewalt a!L zuvor,sb-s» >7 des Unwillens, die der König einst vor seinem

t-i- fallen ließ, bestimmte vier Edelleute, sich eidlich un-

reill zur Rache zu verbinden. Sie waren bereits abge-

nen 1, ^ davon unterrichtete König zu ihnen schickte, um ih-

bietk,, s ^"chmung gegen die Person des Erzbischofs zu Ver-ben auf verschiedenen Wegen nach Canterbury, bega-

nach wun* und hatten mit ihm eine heftige Unterredung,

Hof des da sie unbewaffnet gekommen waren, in den

krackten begaben, die ihnen von ihren Trabanten nachge-

a»f die nahmen, und mit denselben zurückkehrten. Nur

sich in die gegenwärtigen Mönche war Wecket zu bewegen,

ksnv ^ ö" begeben, w» man die Abendiyeffe begann.

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