Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Becker

unter dem Titel eines Jnspcctors erhielt, die er auch bis zu sei-nem Tode verwaltete, damit aber seit 1M5 die Aufsicht über dasgrüne Gewölbe als geheimer Kämmerer mit dem Charakter einesHofraths verband. Die mäßige» Amtsgeschäfte, welche Becker inKiesen Lagen hatte, erlaubte» ihm, sich mannigfaltigen schriftstelle-rischen Unternehmungen zu widmen. Diese wurden nur einmal,im Jahre 1784 durch eine Reise nach Italien unterbrochen, dieseinen Kunstblick schärfte, und ihm einen Beruf mehr zum beur-theilenden und darstellenden Schriftsteller im Kunstfache gab, wo-bei er jedoch immer mehr durch gefällige Einkleidung und anmu-thiae Deutlichkeit, als durch erschöpfende Liefe und Neuheit derAnsicht sich einen zahlreichen Kreis von Lesern gewann. Bei derWürdigung seiner literarischen Verdienste muß man den darstellen-den und beurtheilenden Schriftsteller, den Dichter und Künstlerunterscheiden. In der schönen Literatur haben wir von ihm eineMeihe «nmuthig vorgetragener Gedichte, die er aber selbst nie in«iner eigenen Sammlung vereinigte, und viele Erzählungen, diesich zwar weder durch Erfindung, noch Form vorzüglich auszeich-nen, aber zur angenehme» Unterhaltung zu empfehlen sind. Erwollte sie in vier Bändcheu zusammenstellen, von denen die beidenersten kurz vor seinem Tode erschienen Größer noch war sein Ver-dienst um die Lcsewelt durch die Herausgabe seines Taschen-buchs zum geselligen Vergnügen, welches seit 17Y4 in un-unterbrochener Folge erschien; seine Erholungen, die von 1796bis izvb vierteljährlich herauskamen, Und seine Guirlande»,welche an die Stelle der Erholungen traten. Becker wußte fürdiese Unternehmungen viele treffliche Mitarbeiter zu vereinige»,er selbst halte größtenteils nur das Verdienst der Auswahl undZusammenstellung. Gleiche Verdienste erwarb er sich durch seinebeurtheilenden und künstlerischen Schriften. Dahin gehört sei»'Taschenbuch für Gartenfreunde, 1795 bis iMc>, seineGarten- und Landschaftsgebäude in drei Lieferungen,das seifersdorfer Thal und der plauische Grund beiDresden, mit Hinsicht aufRaturgeschichteundschö-ne Gartenkunst. Letztere Schrift gab dem Verfasser noch zueinem andern schönen Werke Veranlassung, worin er zeigte, wiedieses von der Natur so reich ausgestattete Thal durchs Hinzutrittder Kunst in einen großen Naturgarten umgelchaffcn werden könne.Verdienen diese verschiedenen Werke einer rühmlichen Erwähnung,so verdient ste noch mehr das Auguste um, welches von 1804zwölf Heften erschien, und Dresdens antike Denkmäler auf rßstKupfertafeln, nebst einem erläuternden Texte, enthält, wi.wehlder Kenner sich die Schwächen des letzter» nicht verbergen kann-Um so beifallswürdiger aber sind die mit größtem Fleiße gearorr-teten Abbildungen, die unter Beckers Leitung von mehreren aus-gezeichneten Künstlern ausaeführt wurden. Auch die Schätze derbresdner Münzcabinets gedachte Becker in einem eigenen Wen-den» Publikum bekannt zu machen, und hatte Vieles dazu vorbe-reitet. Um den Kennern zu zeigen, was sie von ihm zu erwarte»hätten, gab er vorläufig eine Schrift heraus, welche die Aufich«!führt: Zweihundert seltene Münzen des Mittelstalters in genauen Abbildungen und historischen släuterungen, und in Ansehung der Genauigkeit der Münza -tiidungeu alles übertrifft, was bis dahin in dieser Art erschien

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