Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
220
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2 2o Belohnung

sichere Erwartung einer seiner Lugend angemessenen Belohnung ; vbe«gleich nicht um dieser Belohnung willen allein, sondern aus ediern undreineren Antrieben seines Willens die Lügenden ausübte, auch nichtjur,perteclo dieselbe federn jkann, weil seine Pflicht, nach dem höchste»Ideale der Sittlichkeit zu streben, eine unbedingte Pflicht ist."Wir sehen aus dieser Stelle, daß der Verfasser selbst noch nichthinlänglich zu wissen scheint, wie er über das eigentliche Moral»Princip denken soll, ov nämlich dasselbe als rein unbedingt anzu-nehmen sey, d. h. ob man eine gute Handlung bloß ihrer selbstwegen thun müsse, oder ob-dasselbe als bedingt aufzustellen sey,d. h. ob inan eine gute Handlung der einstigen Belohnung weg!»zu thun - abe. Wenigstens geht aus der angezogenen Stelle undaus den schwankenden Begriffen, die in derselben aufgestellt sind,deutlich hervor, daß der Verfasser gleich sehr für ein unbedingt!«Moralprincip als dagegen gestimmt seyn möchte. Wozu uns inder Moral sowohl, wie überhaupt im ganzen Gebiete der Wissen-schaft jene Federungen, daß man etwas thun, aber auch zu glei-cher Zeit etwas nicht thun müsse, gebracht, und auf welchen Punktuns diese beliebte Manier etwas zu wollen, und etwas auch nichtzu wollen, die so ziemlich die Sache jedermanns ist, geführt habe,das wird niemanden, der eines aufmerksamen Blickes fähig ist, ent-gangen seyn. Wir unserer Seits wenigstens glauben, daß allent-halben, in der Wissenschaft sowohl wie in der Moral, nur diestrengste Bestimmtheit der Grundsätze, nur die unwandelbar-ste Anwendung derselben von ersprießlichem Nutzen seyn könne.Daher fühlen wir uns geneigt, in der Moral, als demhier gegebenen Falle, auf eine unbedingte Ausübung guter Hand-lungen, die weder in diesem, noch in jenem Leben auf Belohnunghofft, dringen zu müssen, und dies um so mehr, da besonders diejetzige Zeit dem Egoismus und dem Streben nach Gewinn, abge-sehen von jeglichem reinen Enthusiasmus für die Sache selbst, nurallein zu fröhnen scheint. Es kann überhaupt im strengsten Ver-stände als eine moralische Täuschung angesehen werden, wenn manuns zwar verbietet, hier im Leben auf Belohnung für Tugendund sittlichen Wandel zu hoffen, aber es uns doch dagegen gleich-sam zur Pflicht macht, dieser Belohnung in jenem Leben entgegen-zusehen. Denn was wird durch ein so schwankendes Princip fürdie reine Moral eigentlich gewonnen?» Man wende uns nichtetwa ein, daß, wenn Belohnung für Rechtschaffenheit nurnicht in diesem Leben gehofft, und nur nicht für diese al-lein gehandelt wird, wir schon bedeutende Fortschritte in derAusübung der Tugend gemacht haben. Denn, was kann eu>Moralprincip, wenn es nicht in seiner ganzen Reinheit aus-gestellt ist, für wahren Nutzen für das eigentliche Gluck derWelt stiften, welches zum Theil gebietet, gute Handlungen ihrerselbst wegen zu thun, zum Theil aber auch erlaubt, der Ausübungdieser Handlungen sich nur in Hin'lcht auf eine einstige Belohnungfür dieselben zu unterziehen? Was wir hier für das Leben imgemeinen behaupten, gilt auch insbesondere im Fache der Erz>ehung, wo man ebenfalls die Frage aufgeworfen hat, ob es >"?lich sey, die Kinder durch Belohnungen zur Ausübung -y-Pflicht anzureizen , oder ob m>:n vielmehr diese bisher bei der ^dagogik übliche BcrfahrnngLmcthod? als verderblich anzusehen, »sie als solche auch abzuschaffen habe? Wenn es überhaupt