Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
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soc» Boerhaave

Worts bediente, dessen Sinn wenig präcis war, daß die M «sa.-ne Wirkung, die er hervorbringen konnte, allgemein wur, >rde. Die erste Lectüre des HippokrateS hatte Boerhaave hinz«, k,reißen geschienen; allein da er mehr mit einem analytischen und 8

kombinatorischen Geiste, als mit einem schöpferischen und erst»- eidenden Genie begabt war, konnte er dem Einflüsse seiner stZeit, und besonders der Macht seiner ersten Studien nicht m- T

verstehen. Indem er früher Mathematiker und Physiker ali ir

Medicinen gewesen, wurde er beständig von den ersten Gegno vstünden seiner Arbeiten hingerissen; da er überdies fähiger als je- dider Andere war, die Beziehung dieser Wissenschaften auf die 6

Kenntniß des Menschen einzusehen, war er mehr in Gefahr, da- st

durch verführt zu werden; endlich aber paßt jede-, auch fehler«hafte System mehr oder weniger auf die Gegenstände, die es ord>net und erklärt, und Boerhaave glaubte, daß ein gutes medicim- Es-l es System alle Meinungen verbinden müsse. Indem er vergas, ftdaß die lebendigen Körper während ihres Lebens von den Bewr> d-ganze» befreit sind, zu denen die übrigen sich gewaltsam gezwll»- klgen finden, oder wenigstens ihnen das Gegengewicht halten, unddaß alles, waS sie thun, das Resultat einer ihnen eigenthümliche»Thätigkeit ist; indem er erkannte, daß selbst diejenigen Bewegun- ^

gc» der Lebcnsökonomie, die sich am meisten zu einer Anwendung ^

auf die Gesetze der Physik und Mechanik eignen, zuerst .von der fsLebenskraft ausgehen, und von der todten Materie nur einen »c-cessorischey Einfluß erleiden, wollre er HippokrateS Lehren von LLeben, Sylvius chemische Grundsätze», Bellinr'S Mechanismus ?.

u. s. we in eine und dieselbe Theorie verschmelzen, wobei er ja »

doch den mechanischen und chemischen Kräften, die nur acceffsnschseyn sollen, viel mehr zuschrieb, als den tiefern und geheimere» ^Kräften des Lebens/welche die hauptsächlichen sind. —, Im Zah" ^r/vy endlich ikoniite die Universität Leyden Boerhaave für seine D»lente und seine ihr gebrachten Opfer belohnen. Sie ernannte ih»zum Professor der Medicin und Botanik an Hottons Stelle; und ^merkwürdig ist es, daß er bei dieser Gelegenheit eine Rede hielt, ^HU» lapuiAstao ineäicirme ssoiiii sssorilur siioplicikas, welch-derjenigen an die Seite gestellt zu werden verdient, worin er der ^

Studium des HippokrateS so wohl empfohlen. Auch in dieser will ^

er die Medicin zu ihrer ursprünglichen Einfachheit, zur Beobach- ^

tung zurückfuhren, ganz dem Geiste entgegen, der ihn in seine» ^

Dogmen leitete. Der Unterricht, dem Boerhaave sich jetzt gen» ^

widmete, veranlaßte ihn, um diese Zeit zwei Werke herauszugeben, ^auf welche sich noch heutiges LageS fast sein ganzer Ruhm gru - ^

det: IiisticnkioneL miostioav in USUS aniluae exercimftoili» li<

anest ioc^s, lind asplicnisini sie eoxnoscenstis er cuianäis sie

än nsnn> üocuinav rneclicinLe. In dem erstern, einem M b ^von umfassender Gelehrsamkeit und von Methode, fnt'.Vlckeir vosein Systcm in seinem ganzen Umfange; in letzterm liefert er gxClassisicalion der Krankheiten, und setzt ihre Ursachen, ihre lcund ihre Behandlung aus einander. Diese beiden 2 ?^ , enly g,

das Wesentliche seiner Lehre und seinen ganzen mediciinschen ? säplan. Der Lehrstuhl der- Botanik, den Boerhaave ebenes e zznahm, trug nicht minder dazu bei, ihn berühmt zu mache - zu

folgte in dieser Wissenschaft, die er mit E-fer und Neigung > teher. Ansichten feines Jahrhunderts. Alle Botaniker waren