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Brabant 348
die Wildheit der Gegend, so wie das streng« einsiedlerische Lebender Geistlichen daselbst einen tiefen Eindruck auf ihn. Der Leu.fel, so sagt er selbst, habe, seine tiefe Schwermuth benutzend,seine Seele mit Schrecken erfüllt, und ihm Zweifel gegen einigeHauptdogmen der Religion eingeflößt. Dieser Zustand war ihmso unerträglich, daß er sich versucht fühlte, durch einen freiwilli-gen Tod sich davon zu befreien. Nur die Furcht vor der Höllehinderte ihn daran. Indem er sich im Glauben zu stärken suchte,fand er die bis auf ihn erschienenen Schriften zur Vertheidigungder Religion für seinen Geist nicht hinreichend. Um selbst dieWerke im Originale kennen zu lernen, welche die Grundlage der-selben sind, unternahm er da« Studium der orientalischen Spra-chen, besonders des Hebräischen, und verband sich auf das innig-st- mit Pococke, Thomas Hyde, Samuel Clarke, Thomas Bar-low u. s. w. Das Resultat dieser Studien war eine Überzeu-gung, die sich theils in theologischen Schriften, theils in wohlthä.tigea und großmüthigen Handlungen äußerte. Er stiftete öffent-liche Lehrstunden, um neue Beweise für die Lehrsätze der christli-chen Religion vorzutragen, und dieser Stiftung verdanken wirdie schönen Reden Samuel Clarke's über das Daseyn Gottes. Erbeförderte die Missionsanstalten in Indien, und ließ die Bibelauf seine Kosten ins Irländische und Galische übersetzen und dru-cken. Mit seinen religiösen Grundsätzen verband er die reinstenSitten, eine seltene Bescheidenheit, Wohlthätigkeit und Uneigen-nützigkeit. So lange er lebte, stand er in der höchsten Achtung.Er starb zu London 1691, und ward in der Westminsterabteibeerdigt.
Brabant, vormals ein Herzogthum, und eine von den ehe-maligen siebzehn Provinzen der Niederlande. Es gränzte gegenNorden an Holland und Geldern, gegen Westen an Seeland undFlandern, gegen Süden an die Grafschaft Hennegau und Ramur,gegen Osten aber an das Stift Lüttich und an Geldern. Diesereiche Provinz gehörte theils dem Hause Österreich, theils den""einigten Niederlanden, daher sie in da« spanische oder österrei-chische und in das holländische oder batavische Brabant eingetheiltwurde. Jenes ist der südliche und größte, dieses aber der nörd-liche Theil. Der südliche Theil des ehemaligen österreichischenBrabants wird das wallonische Brabant oder das romanische Landbenannt, ,'n welchem ein verdorbener französischer Dialect der herr-schende ist. Im nördlichern deutschen Theile wird vom gemei-ven Volke flamländisch gesprochen. Der gebildetere Theil der Ein-wohner spricht durchgängig französisch. Vermöge einer andernlLinthettung bestand Brabant aus den vier Quartieren: Löwen,-üruffel, Antwerpen und Herzogenbusch, wovon die. zwei erstenm des dritten dem Hause Österreich, der Überrest' den
Gencralstaaten der vereinigten Niederlande gehörten. Es begriff«asselbe 28 Städte und 700 Dörfer in sich. Im I. 1746 nahmenösterreichische Brabant ein, mußten es aber imaamer Frieden 174g wieder zurückgeben. Im Frieden von Cam-vo gornno und Lüneville itzoi erhielten die Franzosen mit denösterreichischen Niederlanden auch Brabant, welches sie- und woraus sie das Departement des deuprir--^ Departement der Dyle bildeten. Durch den pa-
r Frieden vom zostcn Mai tgiL aber ward eS dem durch den