842 Boyle
von Richard, Graf von Cork und Orrcry, der ihn ein«r Ammeauf dem Lande mit dem Auftrage übergab, ihn zu erziehen, alsob er ihr Kind wäre. Dessen ungeachtet hatte er stets eineschwache und kränkliche Constitution. Er zeigte in seinen erste»Studien einen sehr entschiedenen Geschmack für die Wissenschaften.Zm Jahre 1638 beschloß sein Vater, ihn, unter der Leitung einesverständigen und unterrichteten Mannes, reifen zu lassen. Siegingen durch Frankreich nach Genf, wo sie ihre Studien mehrereJahre lang fortsetzten. Im Jahre 1641 reis'te Robert nach Ita-lien, wo er jedoch nicht lange verweilte. Als er sich 1642 inMarseille aufhielt, horte er von dem Ausbruche der Rebellion inIrland. Er gerieth dadurch in Geldverlegenheiten, die ihm erst1644 nach England zurückzukehren erlaubten. Inzwischen hatteihn der Lod seines Vaters in den Besitz eines beträchtlichen Ver-mögens gesetzt. Er zog sich auf ein Landgut in Stalbridge zu-rück, wo er sich eifrigst mit den Wissenschaften, besonders mi!der Physik und Chemie, beschäftigte. Er war eines der erste»Mitglieder einer gelehrten Gesellschaft, welche sich 1645 bildete,und anfangs unter dem Namen eines philosophischen Colle-'giums ihre Versammlungen hielt, nachher aber vor den bürger-lichen Unruhen nach Oxford flüchtete, und noch der Wiederher-stellung der Regierung von Carl 17 . unter dem Namen der kö-niglichen Gesellschaft bestätigt wurde. Robert Boyle be-schäftigte sich während seines Aufenthalts zu Oxford mit der Ver-vollkommnung der von Otto von -Guerike erfundenen Luftpumpe,die er zu lehrreichen Versuchen über die Luft und andere Substan-zen anwandte. Der aristotelischen Philosophie kämpfte er entge-gen, da er, wie Baco, den Weg der Erfahrung für den einzigzuverlässigen hielt, um die Wahrheit zu finden. Allen Systeme»seind, erhob er sich auch gegen die damals angenommene Lehreder Chemiker, welche das Salz, den Schwefel und Mercur strdie Grundstoffe der Körper ausgaben, und zeigte durch die Erfah-rung die Unstatthaftigkeit dieser Hypothese. Er gab in der Ma-terie nur rein mechanische Eigenschaften zu. Jedes Jahr seinkSLebens ward durch neue Versuche bezeichnet, welche dazu diente»,Irrthümer zu vernichten und zu allgemeiner» Wahrheiten zu füh-ren. Ihm verdankt man die erste genaue Kenntniß von der E>»-saugung der Luft bei den Verkalkungen und Verbrennungen, undvon der Zunahme des Gewichts der Metallkalke; Beobachtungen,die lange nachher der neuern Chemie zur Basis gedient habe».Im Allgemeinen ist er der erste Führer derer, welche die chemische»Phänomene der Luft studirten, und der Vorläufer eines Mayow,Hales, Cavendish und Priestley gewesen. Robert Boylewarebe»so thätig für die Religion als für die Philosophie, und entivnekelte dabei Geistesfähigkeiten, die selten in einem harmonische»Vereine gefunden werden. In allen seinen philosophischen Arte-ten zeigte er einen geraden, methodischen, nur auf die Erfahr» Sfußenden Geist. Dabei abkr besaß er eine lebhafte, beweglich,zu phantastischen Ideen hingezogene Phantasie, welche in ft>frühen Jugend durch die Lectüre des Amadis von Gallien ausWeise aeweckt worden war, daß der Einfluß davon stets sichblieb. "Schon von Natur war Boyle zur Schwermuth gemig-und diese Stimmung warb durch mehrere Ereignisse noch verm / 'Besonders machte der Anblick der großen Karthause zu Gren
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