858 Draunschweig (WilS. Fnedr. Herzog von)
wand« gegen Bonaparte übernommen zu haben. Die Bericht- sch>
lkchkeit eines solchen Urtheils, welches an jedem Heile, außer an un
demjenigen einer sklavischen Anbetung trügerischen Scharfsinn!«, Hai
verzweifelte, zeigte sich bei Würdigung des Herzogs und dessen de>
letzter Entschließung auf eine sehr unzweideutige Weise. Vor dem ge>
übermurye ,m Staube kriechen, jedem Auffluge eigener Kraftäu- nis
gerungen mißtrauen, sich unbedenklich dem Feinde der Freiheit und ga
dem Gründer einer allgemeinen Sklaverei hingeben, dies war» la>
die Pflichten, welche von jenen kleinlichen Sprechern der öffentli- zu
chen Meinung den Deutschen, ja, allen Bewohnern Europa'«, we
als allein seligmachend ssns Herz gelegt wurden. Somit muß« ihr
also dem Herzoge und dem ganzen preußischen Staate von jene» ger
beschränkten Beurtheilern der Stab gebrochen werden! Wenn der fän
Herzog von Braun schweig, der, freilich an Jahren alt, aber noch ger
in völligem Genusse aller Leibes- und Seclenkräfte, sich noch start mil
genug fühlte, jenem verderblichen Strome europäischer Unterjo- So
chung mit Erfolg zu begegnen, in seinem Unternehmen zu Grunde grr
ging, so konnte er nur von Schwächlingen oder feilen Lobrednem star
getadelt werden; denn es ist ein herz- und sinnlödtender Grund- des
satz, daß nur der Erfolg, der oft, ja fast immer, von, den m» ßs»
wichtigsten Außendingen abhängt, den Werth der Unternehmung strr
bestimmen könne. Lob sey also dem Heldengefühle des Herzen« stm
gesprochen, der den Despotismus unter die Füße treten wollte, Ja!
aber in - dieser glorwürdegen That selbst seinen Untergang fand! nui
Was den Charakter des Herzogs als Regenten anbetrifft, so istauch die Verleumdung bereit, die Verwaltung seines Landes für«ine der glücklichsten auf der Erde zu erklären. Um gerecht zu seyn, bez
müssen wir aber dagegen bekennen, daß der Mangel an Einheit pff>
des Willens, der sich in den meisten Handlungen seines Leben« »f- p"
scnbarte, und welcher in seiner unglücklichen Nachgiebigkeit gegen der
den Willen Anderer, die ibm vielleicht unbewußt durch seine Wer- «r
bältnisse gegen Friedrich ll. mitgerbeilt worden war, ihre Eni-Messung hatte, die Ursache manches von ihm verfehlten wohlthat» ^gen Zwecks gewesen sehn mag. Richt minder spürten die Unter-thauen des Herzogs seine Liebe zu dem Ausländischen, besonder«die in ihren nächsten und entfernten Folgen so verderbliche Hin»"- ^Kling zu der französischen Nation, die ihm ebenfalls durch Frier- »rich II. eingeflößt worden war, auf eine sehr schmerzliche Weise.
Ein Braunschweiger konnte eine abschlägige Antwort erhalten, wo ^
ein Franzose, weil er Franzose war, Gewißheit halte, seine Butt ^
gewährt zu sehen. Dies Urtheil steht hier, um allen Deutsche», ^
die mehr oder weniger der Anbetung ausländischer Scheinverdeenir ^huldigen, zur Warnung zu dienen, daß, nur Liebe zum Einheum- ^
schein, d. h. Patriotismus, gegen alle Übel, die uns das Mw ^
verursachen kann, zu schützen im Stande ist. Ruhe demnach »' ^
Asche des Herzogs, und Segen seinen Nachfolgern! » Br
chBraunschweig (Wilhelm Friedrich, Herzog von). ->
Folge der ewig denkwürdigen Siege der Alliircen über die Krim, zzzsen war er endlich am 22. Dec. rfliZ als regierender ges
Erbstaaten zurückgekehrt. Seine Gesinnungen als Mensch tz erk
sich im Verlauf seines Lebens auf eine unzweideutige Art ige - ^
tind es charaklerisirt ihn mit Recht die öffentliche Meinung ^
den offensten, freimüthigsten und rückhaltlosesten Prinzen '»?,
Zeit, der allen Formen einer täuschenden hinterlistigen Hissue?