Bremen Z6z
Breitkopf mit dem unermüdetsten Fleiße ausarbeitete und gänz-lich vollendete, ist nach seinem Tode von dessen Sohne herausge-geben worden. In, Jahre 1734 gab Breitkopf einen Versuchheraus, den Ursprung der Spielkarten, die Einfüh-rung des Leinenpapiers und den Anfang der Holz-schneidekunst in Europa zu erforschen. Dieses Werk,das jedoch nur die beiden ersten Gegenstände abhandelt, ist miteiner Vollständigkeit und Genauigkeit abgefaßt, welche von allenKennern und Liebhabern dieses Fachs mit eingetheiltem Beifalle»nd Dank aufgenommen worden ist; aber dessen zweiter Theil istnie erschienen. Im Jahre 179z gab er eine kleine Schrift auf zoSeiten über Bibliographie und Bibliophilie heraus»Noch fing er in den letzten Tagen seines Lebens an, eine Buch-druckergeschichte zu schreiben, aber seine sinkende Gesundheitließ ihn damit nur bis auf das siebente Capitel kommen. Er starbam LKsten Januar 1794.
Bremen an der Weser, im Herzogthume Bremen gelegen,der alte Sitz eines von der Stadt benannten Erzbislhums, einevon den freien Hansestädten. Schon vor Alters hatten die Ein-wohner mancherlei Streitigkeiten mit ihren geistlichen Oberhecren,und als die Kirchcnreformation eintrat, ward die Domkirche denKatholischen mit Gewalt entrissen. Der Erzbischof entfloh undverursachte durch feine Klagen beim Kaiser Carl V., daß nachder Schlacht bei Mühlberg Bremen belagert wurde; doch entsetzteGraf Mannsfeld mit Hülfe der Hamburger die Stadt. Die Ein-führung der reformirten Lehre durch Albrecht Hardenberg war schon1Z6- die Duelle großer Unruhen in Bremen. Ein Lbeil des Ma-gistrats entwich, und die reformirte Lebre behauptete seit jenerZeit die Oberhand. In den Jahren 1654 und 166Ü wurde Bre-m n von den Schweden belagert, denn der alte Streit über dieReichsfreiheit der Stadt war noch immer nicht beigelegt. Als aber><-hurhani,over zum Bentz des Herzogtdums Bremen kam, gestandes 17g! der Stadt die Reicksfreiheit zu; auch würden durch Ab-tretung der Amter Blumentbal und Neukirchen die Irrungen we-der schuldigen Contribution aus den vier bremer Gsen ausge-glichen. Zum Bebuf des lutherischen Gottesdienstes war seit 16Z9ser Dom eingeräumt, und depcndirte bis zum Frieden von Annen«a Durch jenen Frieden kam er unter des Magi-
Betinäßigkeit. Bremen wird durch die Weser in die Llt-^eustadt getheilt; die Festungswerke sind sehr mittelmäßig;"ung schätzt man auf 40,000 Seelen. Die Altstadt,» 1 s großer als die Neustadt, auch mehr bewohnt als diese, -isttb-n- Hauptkirchen in vier Kirchspiele oder Quartiere ge-
Neustadt ist nur eine Hauptpfarrkirche und in densind zwei Filialkirchen. Unter dem Chor der Domkirche,r üch die Lutheraner halten, ist der wegen einiger darinsink-- - ""»erwes'ten Körper merkwürdige Bleikeller. Manein«-? ^ ein berühmtes akademisches Gymnasium mit
ckkn Büchersammlung; auch ist für den wtffenschaftlu
wan-b- das bremer Pädagogium merkwürdig. Bremen hat
sind b-L ^lehrte gehabt, und in der neuesten Zeit
testkn Ätzers Stolz und Ewalds Namen am berühm-
S4 Magistrat besteht aus 4 Bürgermeistern lind
ysyerren und wird aus Gelehrten,und Kaufleuten zusain-