Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Brüdergemeinde

weiblichen Geschlechts beschäftigen. Der Mittelpunkt der in sovgele Zwerge getheilten Aufsicht und Gewalt war, so lange erlebte, her Graf Zinzendorf, welcher der Gemeinde unter dem Na-men eines Ordinarius vorstand. Aus den ihm zur Hülfe bei-gegebcnen Bischöfen und Ältesten bildete sich ern Collegium, wel-ches unter dem Namen Unitätsältesten-Conferenz gegen-wärtig die Angelegenheiten der ganzen Gesellschaft dicigirt. LerSrtz dieses Dlreclorlums ist nicht bestimmt; seit dem Jahre i?Mhalt es sich zu Bcrthelsdorf bei Herrnhut auf. Nach der Ver-schiedenheit seines Geschäftskreises wird es in vier Departementigetheilt^ in das Helferdepartement, welches die rcinkirch-lichen Sachen besorgt, und die Stelle eines Oberconsistoriums ver-tritt; das A ufse h er d ep arr em ent, welches über die Auf-rechterhaltung und Disciplin wacht; das D i e n e r h ep ar ke-rn ent, welchem dse ökonomischen Angelegenheiten anvertraut sind,und das Missronsdepartement, welches die Sachen derHeidenhekehrung leitet. Ohne Wissen und Willen dieser Behördekann in keiner Gemeinde etwas Wichtiges geschehen oder unter-nommen werden; aber ungeachtet ihres großen Ansehns oder Ein-flusses bleibt sie doch den die ganze Unitat repräsentirendcn Sy-noden verantwortlich, welche sie, so oft es die Umstände erfe-dcrn und erlauben, zusammenbcrult. An diesen Synoden, welchesonst wohl in zwölf Jahren zweimal gehalten wurden, jetzt aberwegen der Kriege seit beinahe zwanzig Jahren nicht Sratt 'findenkonnten, nehmen, außer den Unitätsältesten, selbst alle Bischöfe,Ei'viljeuiorrn, Byrst.her der Tropen, die Herrschaften der Ge-meinorte, welche Mitglieder der Unität sind, Abgeordnete von je-der Gm inde und einige erfahrene Schwestern .Theil. Die Ver-sammlungen derselben dauern Mehrere Monate, und haben meistwichtig«'Veränderungen zur'Folge ; ein AuSzug ihrer Beschlüsse,Synodalverlaß genannt, kommt zur Kenntniß aller Gliederder Unität. Außerdem sorgt die Unitätsaltesten - Conserenz durchdas Wochenblatt und die, jährlich erscheinenden Memorabi-lien für die Erhaltung der Verbindung und Bekanntschaft alterGlieder mit dem Zustande u»d den Angelegenheiten der gesamm-ten Unität, und gibt zum Anhalte der täglichen Andacht jährlichdie sogenannten Losungen, d. h. die für jeden Tag im Jahrebestimmten biblischen Denksprüche aus, von denen jedes Mitgliedder Brüdergcmtlnoe ein Exemplar erhält. Für die täglicheErbauung ist durch ein« das Herz ungemein ansprechende An-ordnung der gotteSdienststchkn Vcvsammlungen gesorgt. Sie wer- ->den in einem geräumigen, lichten, und nur durch die sorgfältigsteReinlichkeit geschmückten Saale, wo ein grünbehaugencr Tisch duStelle des Altars vertritt, täglich dreimal, und nie länger alsdreiviertel Stunden gehalten, nämlich Vormittags die Kin ver-stünde, an der auch Erwachsene Theil nehmen können, A envSgegen siebeiz Uhr, wenn die Arbeiten des Tages geendigt Md,die G e m e i n st u n d e mit einem Lehrvortrage oder einer bwil-schcn Borlesung, und um neun Uhy die Singstunde, wo Li»--verse, die sich aus die Loiung des Tages beziehen, gesungen w>>den. Sonntags wird früh um acht Uhr die Gem«>Nl>tanei gc -tek, gegen zehn Uhr eine Prcrigt (wozu man in BarbySchloßnrche benutzt) . .Nachmittags um zwei Uhr eine Kinder! >-de, um drei Uhr eine HomiUe für das Ehechor allein, gegen l