Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Brüdergemeinde Z75

Uhr eine Singstunde für die Abendmahlsgenossen und Abends dieGemeinstunde gehalten. Auch in der Woche finden zu schicklichenZeiten Homilien für die einzelnen Chöre und liturgische Versamm-lungen Statt, in welchen letzter» Bruder und Schwestern im Ge-sänge abwechseln, und jeder Lheilnchmende seinem Nachbar zumZeichen des Liebesbundes der Gemeinde den Friedenskuß gibt. Je-her vierte Sonntag heißt ein Gcmeintag, weil an demselben dieNachrichten des Wochenblatts vorgelesen werden. Außerdem feiertnoch jede Gemeinde gewisse Gedenktage zur Erinnerung an dieWichtigsten Begebenheiten aus der Geschichte der llnität und diesOrts, und jedes Chor seine Feste. Der Jahrsschluß wird in derMitternacht des letzten Decembers mit Verlesung der Mcmorahi-lien der Unität begangen. Besonders rührend und eindringlich istdie Feier des Abendmahls, welches Alle, die dazu fähig sind, je-den vierten Sonnabend Abends genießen. Die Stelle der BeichteVertritt das sogenannte Sprechen acht Lage lang vor dieser Feier,wobei jeder Ehorhelfer sich mit den Communicänten seines Chorskinz-ln über ihren Scelenzustand b spricht. Das Fußwaschen fin-det sitzt nur noch am grünen Donnerstage Statt. Eine StundeVor jedem Abendmahlsgenuffe wird, nach dem Muster der Aga-ven der apostolischen Kirche, das Lievesmahl gehalten, wobei dieGemeindegiicder unter Gebet und Gesang Thee mit Milch undBackwerk genießen. Nachohmunoswurdig ist der religiöse Ge-brauch der Musik bei den Herrührn er»; sie dient ihnen im Lebenjur Erquickung, Sänftigung und Erhebung, und verschönert selbstden Tod, den sie ein Heimgehen nennen. Sobald Jemand ge-storben ist, wird ein Lied vom Thurme mit Posaunen geblasen,Melodie man erkennen kann, zu welchem Chöre derriß Verstorbene gehörte, weil jedes seine eigenen Sterbelieder hat.

' ?Trauer findet nicht Statt. Unter Posaunenschall wird

Vw Leiche im hellangestrichenen Sarge auf den Gottesacker, dereinem Garten gleicht, getragen. Zdie Heimgegangenen gehören>- himmlischen Gemeinde an, und die Sterbenden freuen sich,

A ^swstllt zu werden. Am Ostermorgen zieht die Gemeinde beiK »»mit Musik auf den Gottesacker, und feiert in der, Auferstehung des Herrn das Andenken an die im

d " Vahxz und nun mit ihm lebenden Glieder.

. t>-k-» rn der ganze» Unität gleichmäßig eingeführten disciplinari-

Mttesdienstlichkn Anstalten können die Wirkung, allenvm eine ziemlich gleiche Stimmung zu geben,

verfehlen. da die Cultur der Wissenschaften, wel-trennt, im Allgemeinen eher Widerstand als,is bas-» dieser Gesellschaft findet. Um die Jugendbildung

r- Htrrnhuter zwar wesentliche Verdienste; ihre Erzie-

!>s in deren Einrichtung Zinzendorf die fränkischen

,d. ?"grn hatte, dienten bis in die zweite Hälfte des

U- ailn J^hrhunverts in Deutschland zum Muster, und noch jetzt

r- PenluT, und Mädchen meist mit gutem Erfolg in ihre

r- Und ihre Jugcudlehrer, selbst »urch Subordination

bl- B-bkrrs^». iiebildct, was den Kindern siurch consequentc

'e kann strenge Gewöhnung Gutes angeeignet werden

m- luke I,., o. herzustellen verstehen. Besonders haben ihre Jnsti-

i"f Her darin Scheuen den Bvrzug, daß die kindlichen Gemü.

fruhzertig eine religiöse Richtung erhallen. Die Mäd-